# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1920_S12 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 12 Verhandlungen der ſiebenundzwanzigſten Verſammlung unſere Schule gerettet? — Im gewiſſen Sinne ja. Unſere Schulen werden nicht geſchloſſen, unſere Lehrer werden nicht abgeſetzt. Wir dürfen das Gebäude inſtand halten, wir dürfen den Lehrer beſolden. Ja, wir dürfen auch noch einigermaßen den Lehrplan ſelbſt machen. Aber alles unter Aufſicht und vorbehaltlich der Genehmigung des Staates. Wir behalten die Schale; den Kern haben wir preisgegeben. Wird nicht durch Akkreditierung der Eifer der Lehrer angeſpornt? — Ein traurigeres Armutszeugnis kann einem evangeliſchen Lehrer kaum ausgeſtellt werden, als daß er der Staatsknute bedarf, ihn zur treuen Amtsverrichtung zu treiben. Werden nicht manche Eltern eher bereit ſein, ihre Kinder in eine akkreditierte Schule zu ſchicken? — Zugegeben; aber ſiehe das Folgende. Was werden die Folgen der Akkreditierung ſein, nicht zufällige, ſondern ſolche, die in der Natur der Sache liegen? Bei der Weiſe, wie die Sache unter uns auftritt, zeigt ſich ſtets ein gewiſſes Werben um Anerkennung. Akkreditierung wird geſucht, als ob unſerer Schule ohne ſie etwas mangelte. Man erblickt in ihr eine Auszeichnung. In Schul⸗ anzeigen wird die Akkreditierung zu Reklamezwecken benutzt. Wo aber das der Fall iſt, iſt die eigene Stellung in der Erziehungsfrage ſchon innerlich erſchüttert. Die Folgen bleiben nicht aus: Beſchneiden der Zeit für den Religionsunterricht, um Zeit für „vorgeſchriebene“ Fächer zu gewinnen; Herabdrücken des Religionsunterrichts zum Fach neben andern, bald zum Nebenfach; Verflachung zur Morallehre uſw. Wenn einer Schule die Akkreditierung wieder entzogen wird, ſo iſt ſie (äußerlich) ſchlimmer daran, als wenn ſie ſie nie beſeſſen hätte. Die Blamage! Dann iſt das Zutrauen mancher Freunde erſchüttert. Daher muß eine akkreditierte Schule die raſendſten Anſtrengungen machen, die traurigſten Opfer bringen, um der Entziehung vorzubeugen. Wenn der Staat uns zwingen ſollte, daß wir keine andern als akkreditierte Schulen mehr führen können, ſo leiden wir es ohne Schaden. Unſere Herzensſtellung zum Heiland wird dann nicht davon berührt. Wie aber können wir uns um Akkreditierung bewerben und freiwillig unſere Schulen unter die Aufſicht der in Theſe II gezeichneten Staats⸗ ſchule ſtellen, ja ſie praktiſch dieſem Syſtem eingliedern! Es entſpann ſich eine ausgedehnte Debatte über den Punkt der Akkreditierung, da es vielen ſchien, als ſei die Sprache der dritten Theſe, auf Akkreditierung angewandt, zu ſcharf. Man gab gerne die Gefahr zu, die mit Akkreditierung verbunden iſt, war aber nicht bereit, es als Verleugnung gelten zu laſſen; es frage ſich eher, was unter obwaltenden Umſtänden weiſe iſt, wie man am beſten hält, was zu halten iſt. Da es ſich aber hier nicht um eine Schriftlehre handelt, ſondern um eine praktiſche Frage, ſo wurden die Verhandlungen abgebrochen. Auf der nächſten Sitzung der Synodalkonferenz ſoll die Beſprechung fort⸗ geſetzt werden.