# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1920_S10 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 10 Verhandlungen der ſiebenundzwanzigſten Verſammlung verderbt, ſie haben von Natur Gefallen an ſündlichen Dingen, dagegen ein Mißfallen am Guten. — Vor allen Dingen iſt der Wille verdreht und zum Böſen geneigt. — Dieſe Natur iſt in den Kindern noch, trotzdem ſie durch die Taufe wiedergeboren ſind. Die chriſtliche Schule ſetzt ferner die Erlöſung durch JEſum Chri⸗ ſtum voraus. Chriſtus hat durch ſeinen ſtellvertretenden Gehorſam, durch ſein ſtellvertretendes Leiden und Sterben, die Kinder nicht nur von aller Schuld befreit, er hat ſie auch von der Herrſchaft der Sünde losgemacht. Und nun die Kinder durch den Heiligen Geiſt in der Taufe wiedergeboren ſind, ſind ſie im Glauben des Verdienſtes Chriſti teilhaftig. Die Erziehungsaufgabe der Schule beſteht nun darin, den neuen Menſchen in den Kindern im Kampf gegen den alten zu ſtärken. Der chriſtliche Lehrer erwartet dabei, daß die Kinder noch oft ſtraucheln, ja wohl auch einmal in mutwillige Sünde fallen; er erwartet aber auch, daß ſie ſich dem Worte Gottes unterwerfen und dadurch den Sieg er⸗ ringen. Die Staatsſchule kennt keine Erbſünde, keine Verderbtheit der Natur. Wenn ſie die Schwächung der geiſtigen Kräfte wahrnimmt, ſteht ſie vor unlösbaren Rätſeln. Sie kennt keine Erlöſung, nur eine, die der Menſch ſelbſt wirkt. Sie ſucht deshalb weiter nichts als die natürlichen Kräfte zu entwickeln, und entwickelt dabei unfehlbar die Sünde. Das Reſultat ſind im beſten Fall die „glänzenden Laſter“ der Heiden, eine bürgerliche Gerechtigkeit, die als ſolche für dieſes Leben ihren Wert hat, die aber, losgetrennt von der Gerechtigkeit Chriſti, zur Verdammnis führt. Auch dieſem Geiſt der Selbſtgerechtigkeit können wir uns nicht ganz entziehen, er dringt überall auf uns ein. Wie nun, wenn wir unſere Kinder von vornherein in dieſem Geiſt erziehen laſſen! Das wäre der Ruin der Kirche. Sie können ſich ja bei chriſtlicher Erziehung kaum des Gifts erwehren. Endlich zeigt ſich der Geiſt einer Schule auch in der Wahl der Mittel, die ſie bei der Erziehung anwendet. Die chriſtliche Schule kennt nur eins, das Evangelium. Sie ſucht die Kinder zu erziehen, indem ſie ihnen den Heiland vor die Augen malt und lieb macht. Sie wirkt auf die Kinder ein mit der Botſchaft von der Liebe des Vaters, von dem Verſöhnungsopfer Chriſti, um ſo ihre Herzen für Chriſtum zu erwärmen, den Glauben an den Heiland zu pflegen. Sie ermuntert ſie, aus Dank⸗ barkeit um Chriſti willen fleißig und gehorſam zu ſein, mit dieſem Sinn die ſündliche Luſt zu bekämpfen, die Gaben Gottes recht zu gebrauchen. Das Erziehungsmittel der Staatsſchule iſt mit einem Worte das Geſetz. Der Staat hat eben nur das Schwert; mit dem Schwert hält er Ordnung unter den Bürgern, mit dem Schwert erzieht er in der Schule. Die Form, die das geſetzliche Weſen in der Schule annimmt, iſt ja bekannt. Hoffnung auf Auszeichnung und Belohnung, Furcht vor Zurückſetzung und Strafe ſind die Motive, die man kultiviert. Der Ehrgeiz wird angeſtachelt.