# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1920_S8 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 8 Verhandlungen der ſiebenundzwanzigſten Verſammlung Schule bemeſſen? Die Antwort auf ſolche und ähnliche Fragen dürfte zu denken geben. Die Schale der Gemeindeſchule haben wir im allge⸗ meinen noch, oft recht ſchön und großartig, aber droht uns nicht der Kern zu entſchwinden? Oder beſſer, ſind wir noch innerlich geſund in unſerer Stellung zu unſerer Schule? Es iſt die den chriſtlichen Vätern aufgetragene chriſtliche Erziehung ihrer Kinder, um die es ſich uns im gegenwärtigen Kampf handelt; nicht ein äußerliches Inſtitut. II. Auf den erſten Blick könnte es ſcheinen, als ob der Unterſchied zwiſchen Staats⸗ und Gemeindeſchule nicht allzu bedeutend ſei. Es wird im weſentlichen in denſelben Fächern unterrichtet, wobei in der Ge⸗ meindeſchule wohl einige ein wenig verkürzt werden, andere ganz in Wegfall kommen, wofür aber der Religionsunterricht eingefügt iſt, dem noch dazu die Hauptſtunde des Tages eingeräumt wird. Wenn das der einzige Unterſchied wäre, dann brauchten wir keine Gemeindeſchule. Dann könnten wir mit der Staatsſchule ein Abkommen wegen überlaſſung einer Stunde für den Religionsunterricht treffen, oder wo das nicht zu erreichen wäre, könnten wir den Religionsunter⸗ richt auch außerhalb der Schulzeit erteilen. Dadurch würden viele Gelder und Kräfte geſpart, die dann für andere notwendige Arbeit frei würden. Aber der Unterſchied iſt nicht ſo geringfügig. Der Name der Fächer mag der gleiche ſein; aber es kommt doch vor allen Dingen auf den Geiſt an, in dem der Unterricht erteilt wird. Es iſt z. B. ein himmelweiter Unterſchied, ob der einfache Satz 2×2=4 von einem chriſt⸗ lichen oder einem unchriſtlichen Manne gebraucht wird. Dem Unchriſten gilt dieſer Satz nebſt allen Geſetzen der Logik abſolut, ſo daß auch Gott ſich darunter beugen muß. Für den Chriſten dagegen ſpricht dieſer Satz nur eine Einrichtung aus, die Gott für die Verhältniſſe hier auf Erden ſo getroffen hat, an die aber Gott nicht gebunden iſt. Gott iſt HErr auch der logiſchen Geſetze. Man vergleiche nur Lehren wie die folgenden: Dreieinigkeit; Vereinigung der Naturen in Chriſto; kein einheitlicher Grund für die Bekehrung der einen und die Nichtbekehrung der andern; Erwählung der einen iſt nicht gleich Verwerfung der andern uſw. Dieſes eine Beiſpiel aus der Mathematik, dem leicht andere aus der Geſchichte, der Naturkunde uſw. hinzugefügt werden könnten, zeigt zur Genüge, daß bei ſcheinbarer Gleichheit doch ein fundamentaler Unterſchied beſtehen kann. Es kommt mithin auf den Geiſt einer Schule an. Der Geiſt zeigt ſich vornehmlich im Ziel, das man ſich geſteckt hat. Die chriſtliche Schule will ihre Zöglinge mit einem Wort für das Him⸗ melreich erziehen. Unſere Heimat iſt im Himmel; auf Erden ſind wir Gäſte und Fremdlinge. Das ſagen wir nicht mit einem bedauerlichen