# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S88 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 88 Verhandlungen der ſechsundzwanzigſten Verſammlung wird in gemieteten Lokalen Schule gehalten. Die Miete koſtet uns monatlich zwiſchen $75 und $80. Für Lehrergehalte wurden in 1915 monatlich $1170 ausgegeben. Der Gehalt der Lehrerinnen iſt $25 den Monat. Während der Sommerferien, die drei bis vier Monate dauern, ziehen die Lehrerinnen keinen Gehalt. Wegen ihrer guten Leiſtungen ſowie der guten Disziplin und des Religionsunterrichts wegen genießen unſere Schulen ein hohes Anſehen. Kinder gehen an der öffentlichen Schule vorbei nach der zwei bis drei Meilen entfernten Miſſionsſchule. Sogar Sektenprediger ſenden ihre Kinder in unſere Schulen. Die Kinder lernen den Katechismus und die bibliſchen Geſchichten gerne und gut. Auf unſere Frage: „Was iſt das Beſte, das ihr hier in eurer Schule lernt?“ kam von faſt allen Kindern in allen Schulen prompt die Antwort: „Der Katechismus“ — „Bibliſche Geſchichte“ — „Gottes Wort“. Nur ein kleiner Knirps in Greenville, der kurz vor unſerm Beſuch in den First Reader verſetzt worden war, antwortete: „The First Reader!“ Die Kinder lernen den Katechismus, wie geſagt, auch gut. Da war in der Landſchule zu Sandy Ridge die kleine, pechſchwarze, ſiebenjährige Ora Gräber. Sie hatte ein einfaches, aber ſauberes kattunenes Kleid an und ging barfuß. In ihrem kurzen, krauſen Haar befand ſich ein großes, buntes Haarband. Mit gefalteten Händen ſtand ſie andächtig da und ſagte faſt ohne Anſtoß den ganzen Kleinen Katechismus auswendig her. Sogar die Chriſtlichen Frageſtücke wußte dies ſiebenjährige Negerkind auswendig. Uns lachte dabei das Herz im Leibe. Daß die Negerkinder auch gerne und gut ſingen, braucht kaum geſagt zu werden. Und zwar ſingen ſie mit Vorliebe unſere ins Engliſche überſetzten lutheriſchen Kernlieder wie „Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, HErr JEſu Chriſt“, „Liebſter JEſu, wir ſind hier, dich und dein Wort anzuhören“, „Laß mich dein ſein und bleiben, du treuer Gott und HErr“ und andere. In der Schule zu Fayetteville fehlte es an Geſangbüchern; ſieben Knaben ſangen da aus einem Buch. Drei ſaßen auf einer Bank, die für zwei beſtimmt iſt; der mittlere hielt das Geſangbuch. Hinter ihnen ſaßen weitere drei Knaben, die über die Schultern ihrer Vormänner in dasſelbe Geſangbuch ſchauten, und auf der Bank vor ihnen ſaß ein kleiner Knabe, der ſich faſt den Hals ver⸗ renkte, um auch aus dem Buch mitſingen zu können. Es war ein wahrer Genuß, den klaren, kräftigen Geſang der ſchwarzen Kinder zu hören. Um einen näheren Einblick in unſere Schulen zu gewinnen, ließ Ihre Kommiſſion letzten Dezember einen Schulzenſus aufnehmen. Es war dies der erſte derartige Verſuch und iſt deshalb auch nicht in allen Stücken befriedigend. 29 aus 31 Schulen berichteten eine Geſamt⸗ ſchülerzahl von 2047. Was die kirchliche Zugehörigkeit der Eltern be⸗ trifft, ſo haben 190 Schüler einen lutheriſchen Vater und eine lutheriſche Mutter, 57 Schüler haben entweder eine lutheriſche oder eine anders⸗ gläubige Mutter oder einen lutheriſchen oder andersgläubigen Vater, 1507 haben andersgläubige Eltern, und die Eltern von 152 Kindern