# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S86 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 86 Verhandlungen der ſechsundzwanzigſten Verſammlung guten Leuten im Norden nie genug danken, daß ſie ſo für uns ſorgen und uns Prediger und Lehrer ſenden, die uns die Wahrheit predigen und den Weg zum Himmel weiſen.‘“ Unſere Negerchriſten zeigen auch ſonſt durch ihre Werke ihren Glauben. Sie üben chriſtliche Liebestätigkeit an ihren dürftigen Glaubensgenoſſen. Manche Gemeinden haben eine beſondere Kaſſe für Kranke und Notleidende. Ihrer Zuverläſſigkeit wegen werden unſere farbigen Lutheraner auch als Arbeiter und Dienſtboten begehrt. Ein Grundeigentumshändler in Concord, der viel geſchäftlichen Verkehr mit Schwarzen hat, ſagte im Mai zum Unterzeichneten: “If all the Negroes were like the Lutheran Negroes, they would be all right.” Ein luthe⸗ riſcher Paſtor im Süden, der nicht zu unſerer Synodalkonferenz gehört, ſchrieb vor einiger Zeit im Lutheran Church Visitor: “Many of our people will tell you that the Lutheran Negroes, taking them all ’round, are the best we have.” Wir wollen nun keineswegs den Eindruck erwecken, als ſeien unſere Negergemeinden ein Paradies. Nein; der Teufel wirft auch häufig ſeinen Schmutz in ſie hinein und gibt unſern Miſſionaren Grund zum Klagen. Doch dieſen Schmutz laſſen unſere lieben Negerchriſten nicht gleichgültig liegen. Sie üben brüderliche Beſtrafung und Kirchenzucht. Dies iſt mit ein Grund, weshalb ſo manche Neger ſich unſern Gemeinden nicht anſchließen wollen; ſie ſind ihnen zu ſtreng in bezug auf Lehre und Leben. Der Neger iſt von Natur leichtfertig. Wir werden deshalb oft gefragt: „Wie ſteht es, ſind unſere lutheriſchen Neger auch ſtandhaft und treu?“ Antwort: Es ſteht in dieſer Hinſicht ähnlich wie in unſern weißen Gemeinden. Wie manche von denen, die am Altar Gott und ihrer Kirche Treue geloben bis in den Tod, laſſen ſich durch falſche Lehre, fleiſchliche Luſt oder Betrug der Welt von der bekannten Wahrheit ab⸗ führen! Wie ſollte es da in unſern Negergemeinden anders ſein? Und doch können und müſſen wir zur Ehre Gottes bekennen, daß wir treue, ſtandhafte Negerchriſten haben. „Ich bin durch Gottes Gnade ein Luthe⸗ raner, und durch ſeine Gnade will ich auch als ſolcher ſterben“, dies Be⸗ kenntnis konnten wir bei der erwähnten Viſitation öffentlich und privatim zu unſerer Freude und Ermutigung immer wieder hören. Ein herrliches Beiſpiel der Treue haben wir an dem Häuflein in Little Rock. Dies iſt unſere erſte und älteſte Gemeinde. Sie wurde am 3. Juli 1878 von unſerm jetzigen Direktor F. Berg mit vier Gliedern gegründet. Im Oktober 1895 gab der damalige Miſſionar ſeine Arbeit auf, und die Kommiſſion beſchloß, das Miſſionswerk in Little Rock aufzugeben. Ein Jahr ſpäter wurde die Kapelle verkauft. Die Paſtoren der großen deutſch-engliſchen Gemeinde bedienten das verlaſſene Häuflein not⸗ dürftig mit Wort und Sakrament. Was iſt nun in dieſen 21 Jahren aus dem Häuflein geworden? Die ſie umgebenden Sekten haben ihnen zugerufen: „Kommt zu uns; die Lutheraner geben euch ja doch keinen