# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S83 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1916. 83 derſelben Station gearbeitet hat; 3. Lehrer Daniel Meibohm, der im November 1893 ſein Amt an der Mount Zion-Schule antrat. Unſern Arbeitern kann, Gott ſei Dank, das Zeugnis gegeben wer⸗ den, daß ſie treu arbeiten. Siebzehn Miſſionare, die zum Teil zwei bis vier Stationen bedienen, halten nebenbei noch regelmäßig Schule. Man fragt zuweilen: „Wie machen ſich denn unſere farbigen Arbeiter?“ Dieſe Frage kann im allgemeinen günſtig beantwortet werden. Ihre Gemeinden geben ihnen das Zeugnis, daß ſie treu arbeiten und ihnen und ihren Kindern mit einem gottſeligen Wandel voranleuchten. Deswegen ſowie wegen ihrer guten Ausbildung ſtehen ſie auch bei den Negern, die draußen ſind, in Anſehen und werden auch von der beſſeren Klaſſe der Weißen geachtet. Freilich müſſen ſie auch mit ihren Volksgenoſſen mehr oder weniger unter dem Raſſenvorurteil leiden. — In dieſem Zuſammenhang dürfte erwähnt werden, daß die Behandlung der Neger von ſeiten der Weißen ſich ein wenig zu beſſern ſcheint, wenigſtens von ſeiten der weißen Geſchäftsleute. Das mag aber wohl allein daher kommen, daß der farbige Geſchäftsmann als ein zu fürchtender Konkurrent aufgetreten iſt. Der Oſtrazismus, unter dem unſere weißen Arbeiter und ihre Familien früher ſtark zu leiden hatten, ſcheint ebenfalls im Schwin⸗ den begriffen zu ſein. Ein früherer Bericht der Kommiſſion enthält die Klage: „Unſere Miſſionare ſind mit ihren Frauen um dieſes ihres gött⸗ lichen Amtes willen an den Negern von der beſſeren, das iſt, vor⸗ nehmeren, Bevölkerung des Südens Verſtoßene, Geächtete. Die Hotels weigern ihnen Sitz an ihrer Tafel, ein Bett zur Nachtruhe. Kein freundlicher Gruß wird ihren Frauen auf der Straße zuteil.“ Das iſt nun heute nicht mehr in dem Maße der Fall. Gerade die beſſere, gebildetere Klaſſe weißer Südländer behandelt unſere Arbeiter anſtändig und bewundert ihre Selbſtverleugnung. Nur die niedrigere Klaſſe, das ſogenannte “white trash”, bringt ihnen noch Verachtung entgegen. In Meherrin, Va., ſagte letzten Mai ein leitender weißer Geſchäftsmann zum Unterzeichneten: „Eure Miſſionare haben ſich die Achtung der hieſigen Weißen erworben. Wir haben geſehen, wie ſie die farbige Be⸗ völkerung in dieſer Gegend ſittlich gehoben haben.“ In einer größeren Stadt in North Carolina wurde die Tochter eines unſerer weißen Arbeiter als Lehrerin in der öffentlichen Schule für weiße Kinder an⸗ geſtellt und nach etwa einem Jahr wurde ſie ſogar in der Hochſchule angeſtellt, und niemand läßt es ſie fühlen, daß ihr Vater nur ein Arbeiter unter Negern iſt. So etwas wäre in früheren Jahren kaum möglich geweſen. Im Mai dieſes Jahres wurde von zwei Gliedern der Kommiſſion eine Inſpektionsreiſe unternommen. P. Wisler viſitierte das ſüdliche Gebiet und der Unterzeichnete das ſüdöſtliche Feld. Beide haben auf dieſer Reiſe die überzeugung gewonnen, daß unſere farbigen Arbeiter faſt durchweg eine Gehaltszulage erhalten ſollten.