# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S80 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 80 Verhandlungen der ſechsundzwanzigſten Verſammlung im Auguſt 1914 eröffnete, zeitweilig aufgegeben worden, weil Miſſionar Hill in Yonkers und Brooklyn ſchon mehr als genug Arbeit hat. Die meiſten Miſſionsſtationen befinden ſich in Louiſiana und North Carolina, nämlich 11 in Louiſiana und 25 in North Carolina. Als wir vor zwei Jahren in Milwaukee verſammelt waren, lautete die Parole: Wir wollen einſtweilen unſer Arbeitsfeld nicht weiter aus⸗ dehnen, ſondern die neueröffneten Stationen erſt ordentlich aufbauen. Dazu veranlaßte uns die in der Miſſionskaſſe vorhandene Schuld, das Vorhaben, zehn neue Kapellen zu errichten, und der Ausbruch des Welt⸗ kriegs. Doch der allweiſe und gütige Gott wollte keinen Stillſtand haben. Unerwartet und wunderbar hat er uns letzten Spätherbſt eine große Tür aufgetan im Staate Alabama. Das kam ſo: Ende Oktober 1915 erhielt der Vorſitzer der Kommiſſion von einer gewiſſen Roſa J. Young aus Neenah, Wilcox Co., Ala., ein längeres Schreiben, in dem ſie mitteilte, ſie habe vor einigen Jahren mit Hilfe der Weißen und Farbigen in jener Gegend eine Privatſchule für Negerkinder gegründet; gegen 150 Kinder hätten die Schule beſucht, aber infolge der ſchlechten Zeiten ſei es nötig geworden, zwei Lehrerinnen zu entlaſſen; ſie ſelber bekomme kaum noch genug Schulgeld, um das Leben zu friſten; die Schule müſſe wohl bald ganz geſchloſſen werden. In bewegten Worten ſchilderte ſie die große geiſtliche Not der Neger in jener Gegend, bat um Hilfe und erbot ſich, das geſamte Eigentum — die Schule und die un⸗ vollendete Kapelle nebſt fünf Acker Land — uns geſetzlich zu übertragen, falls wir die Kinder im weltlichen Wiſſen und im lutheriſchen Glauben unterrichten würden. Dieſen Brief ſchickte der Vorſitzer zwecks Unter⸗ ſuchung der Sache an den Miſſionsdirektor. Als dieſer dann kurz vor Weihnachten vom ſüdöſtlichen Miſſionsfeld heimreiſte, ſprach er in Neenah vor und unterſuchte die Sachlage. Als die Kommiſſion in einer Extraverſammlung am 3. Januar ſeinen Bericht hörte, erkannte ſie ſofort, daß Gott uns nach dieſer neuen Gegend im „Schwarzen Gürtel“ rufe, und bat den Miſſionsdirektor dringend, baldmöglichſt wieder nach Neenah zu reiſen. Der farbige Arbeiter Lane in St. Louis wurde inſtruiert, mit ihm zu reiſen, und Fräulein Young wurde als Lehrerin berufen. Nachdem die Truſtees uns das Eigentum geſetzlich übertragen hatten, ließen wir die Schule ausbeſſern, die Kapelle vollenden und das Ganze anſtreichen. Gott legte ſeinen Segen auf die Arbeit unſerer drei Arbeiter. Die Schülerzahl überſtieg einmal 150. Am Palmſonntag, den 16. April, wurden 11 Perſonen getauft ſowie 49 Erwachſene, und 21 Kinder konfirmiert. Am Oſterſonntag wurden 5 Säuglinge und 42 Kinder im Alter von ſechs bis elf Jahren getauft. Nach dieſem Gottesdienſt organiſierte ſich die Christ Church zu Roſebud. Eine Ge⸗ meindeordnung wurde angenommen, und Miſſionar Lane als Paſtor berufen. Die Gemeinde zählte am Tage ihrer Gründung 22 ſtimm⸗ fähige Glieder, 70 Abendmahlsglieder und 117 getaufte Seelen. Am 2. Juli taufte Miſſionar Lane 14 Kinder nebſt 3 Männern und kon⸗