# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S77 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1916. 77 ihrem Verhalten auf der Synodalverſammlung zu urteilen, müſſen wir befürchten, daß ſie ihre Macht benutzen werden, die Vereinigung ins Werk zu ſetzen, ohne die rechte brüderliche Rückſicht zu nehmen. „Auf der andern Seite ſteht eine bedeutende und ebenfalls ent⸗ ſchloſſene Minorität. Dieſe kann um des Gewiſſens willen nicht in den neuen Körper eintreten, ehe die begehrte Berichtigung in der Lehr⸗ grundlage, dem ‚Opgjör‘, gemacht worden iſt. Die Minorität iſt nie ſo ſtark, ſo einig und feſt geweſen wie jetzt. Und viele, die ihre Anſicht vom ‚Opgjör‘ nicht teilen, ſympathiſieren mit ihnen, weil ſie gegen die autokratiſche Gewalt ſind, die dem Kirchenrat erteilt worden iſt, um die Minorität zu bändigen, und weil ſie unſere freikirchlichen Prinzipien und unſere Gewiſſensfreiheit gegen alle Zwangsgewalt und alle Un⸗ redlichkeit ſchützen wollen. „Daß man auch innerhalb der Majorität einſieht, daß die Lage ſo ernſt iſt, daß nichts geſchehen kann, geht aus einem Schreiben D. Stubs an die Verſammlung am Tage vor dem Schluß derſelben hervor. Er ſagt, daß er es als eine heilige Pflicht betrachtet, Verhandlungen zwiſchen den drei Körpern über dieſe Gegenſtände in Gang zu bringen. „VI. „Was muß alſo die Minorität tun? „Die Antwort lautet: Wir müſſen verſuchen, das richtigzuſtellen, was verkehrt iſt, und bis dieſes geſchieht, unſere Arbeit in der Synode wie bisher fortſetzen. Das iſt unſere einfache Pflicht und nach der Kon⸗ ſtitution der Synode unſer Recht. „Unſere Lehranſtalten und andere Inſtitute, zu deren Errichtung und Erhaltung wir ſo viel geopfert haben, müſſen wir aufrechterhalten und ſchützen, wie wir in unſerer vorhin erwähnten gemeinſchaftlichen Erklärung ausgeſprochen haben. Daß eine Spaltung abgewendet wer⸗ den möge, iſt mittlerweile unſer aufrichtiges Gebet. Die andern Körper werden nun bald ihre Verſammlungen abhalten. Wir wiſſen nicht, was da geſchehen wird. Der HErr ſitzt im Regimente. „Wir haben noch unſern Körper. In demſelben laßt uns unſere Arbeit verrichten, und jeder Tag trage ſeine eigene Plage. Wenn die Schwierigkeiten nicht beſeitigt werden können, ſo werden noch genug Ge⸗ meinden übrigbleiben, die in der Synode verbleiben wollen, ſo daß die⸗ ſelbe beſtehen und ihren großen Wahlſpruch behaupten kann: ‚Das Wort allein und die Gnade allein!‘ Kein Synodalbeſchluß kann eine Ge⸗ meinde durch Zwang aus der Synode hinaus und in einen neuen Körper befördern. Dieſe Angelegenheit kann nur die Gemeinde ſelbſt ent⸗ ſcheiden. „Der HErr laſſe ſein Antlitz leuchten über unſerm teuren Kirchen⸗ körper! „Mit Ehrerbietung „Das Minoritätskomitee.“