# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S76 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 76 Verhandlungen der ſechsundzwanzigſten Verſammlung Welt widerſetzen konnten, ſollte man Menſchen höher einſchätzen und bewerten. „Außerdem muß dies geſagt werden, daß die Abſtimmung der Majorität auf der Verſammlung in Wirklichkeit das übergewicht der⸗ ſelben in dem ganzen Körper nicht beweiſt. Wenn man die ganze Maſchinerie des Körpers in ſeiner Hand und faſt alle Beamten auf ſeiner Seite hat; wenn man von einer ganzen Anzahl kleiner Gemeinden je zwei Delegaten hat; wenn entgegen der Beſtimmung der Konſtitution, daß jede Parochie nur zu zwei Delegaten berechtigt ſein ſoll, manche Paſtoren mit mehr als je zwei Delegaten erſcheinen; wenn die Reprä⸗ ſentanten mancher Gemeinde, die nach der Konſtitution zur Stimmen⸗ abgabe auf dieſer Verſammlung berechtigt waren, verworfen werden, nur weil ſie auf der letzten regelmäßigen Synodalverſammlung mit der Minorität geſtimmt hatten: ſo iſt es nicht ſonderlich ſchwer, ſich eine große Stimmenmehrheit zu ſichern. „Andererſeits iſt zu ſagen, wenn die Minorität auch noch ſo gering an Gliederzahl wäre, dürfte man doch das Bruderband, durch welches Gott ſo viele Jahre hindurch uns in gemeinſchaftlichem Glauben und Wirken verbunden hat, nicht zerreißen, um eine Vereinigung einzu⸗ gehen, die Gott nicht geboten hat. „Und ſelbſt auf dieſer Verſammlung, auf welcher man eine ſo ſtarke Volksſtimmung für die Vereinigung fabriziert hatte, war die Minorität doch nicht ſo gar klein. Nicht weniger als 103 Paſtoren und 100 Laiendelegaten ſtimmten gegen die neue Konſtitution. Von den 21 Paſtoren und 8 Delegaten, die ſich des Stimmens ent⸗ hielten, ſympathiſiert ſicherlich die Mehrzahl mit der Minorität. Zählt man hierzu noch den Präſidenten des Luther College, den Präſidenten der Lutheran Normal School und drei der theologiſchen Profeſſoren ſowie andere Lehrer und Paſtoren, die nicht ſtimmten, aber über deren Stellung zur Vereinigungsſache kein Zweifel obwaltet, ſo bildet die Minorität eine ganz anſehnliche Partei. „Wollte man durch die ganze Synode hin eine Unterſuchung an⸗ ſtellen, ſo würde man in den allermeiſten Gemeinden genug Freunde der Minorität finden, die mit Verſtändnis an unſern kirchlichen An⸗ gelegenheiten teilnehmen. Dieſe Minoritätsleute werden wohl wiſſen, wie ſie ihr Gewiſſensrecht wahren müſſen, wenn man ſie aus der Synode heraus⸗ und in eine Vereinigung ohne Einigkeit hineinführen will. Es ſind unter ihnen Männer und Frauen, die bereit ſind, für ihre überzeugung zu leiden. Gott ſei Dank, daß es in der Norwegiſchen Synode noch Leute gibt von ‚dem Geiſt, der ein Märtyrertum erduldet‘. „V. „Was iſt denn nun die Lage? „Auf der einen Seite ſteht eine große Majorität, welche die Ver⸗ einigungsfrage für erledigt anſieht. Sie haben die meiſten Ämter in der Synode und die Redaktion unſerer kirchlichen Blätter inne. Nach