# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S74 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 74 Verhandlungen der ſechsundzwanzigſten Verſammlung der Synode fehle, daß der Körper den Gemeinden gegenüber nur be⸗ ratende Gewalt hat. „Als die Vereinigte Kirche in 1890 dieſe Beſtimmung in ihrer Konſtitution ausließ, erklärte Prof. Laur. Larſen in „Kirketidende‘, daß man damit ‚die Freiheit der Gemeinden auf dem Altar der Vereinigung‘ geopfert habe. (Kt. 1890, S. 459.) „III. „Die Synode in Minneapolis iſt auch bedeutungsvoll wegen der rückſichtsloſen und unbrüderlichen Handlungsweiſe der Majorität. „Beiſpielsweiſe kann folgendes angeführt werden: „Geſetzmäßig erwählten Delegaten der Minorität wurde auf ſo offenbar unhaltbare Gründe Sitz und Stimme verweigert, daß nur das Parteiintereſſe dabei maßgebend geweſen ſein kann. Dagegen durfte trotz Proteſtes ein Majoritätspaſtor ſeine Stimme abgeben, ehe ſeine Gemeinde in die Synode aufgenommen war. „Zu allen Komiteen von Bedeutung wurden von der Verſammlung ausſchließlich Majoritätsmänner erwählt. „Man verhöhnte die Gewiſſensbeſchwerden der Minoritätsleute, er⸗ klärte, es ſei ihnen nicht zu trauen, und verglich ſie mit Kindern, die ſelber nicht wüßten, was ſie wollten. „Um die Paſtoren und Profeſſoren, welche direkt im Dienſte der Synode ſtehen, einzuſchüchtern, erhielt der Kirchenrat den Auftrag, darauf zu ſehen, daß dieſelben ſich den Beſchlüſſen der Synode gemäß verhalten. „Während man nicht einmal die andern Körper bitten wollte, Rückſicht zu nehmen auf den Wunſch der Minorität betreffs Änderungen im ‚Opgjör‘, nahm man — ohne daß eine gründliche Diskuſſion ge⸗ ſtattet wurde — ſolche Veränderungen in den ‚Vereinigungsartikeln‘ vor, die im Präſidialbericht nicht vorgelegt und in der Bekanntmachung der Synodalverſammlung nicht ausdrücklich genannt worden waren. „Auf der letzten regulären Synodalverſammlung in 1914 war ja ein Friedenskomitee erwählt worden, das die Einigkeit im Körper wieder aufrichten ſollte. Aber die Glieder dieſes Komitees aus der Majorität weigerten ſich, die Punkte zu beſprechen, welche die Un⸗ einigkeit verurſacht hatten, und auf dieſer Synodalverſammlung wollte die Majorität nicht einmal den vollſtändigen Bericht dieſes wichtigen Komitees anhören. „IV. „Was endlich dieſe Synodalverſammlung ſo bedeutungsvoll machte, war das prinzipienfeſte und würdige Verhalten der Minorität. „Im 5. Artikel und 4. Paragraphen der Konſtitution der Synode heißt es ja: ‚Lehr⸗ und Gewiſſensfragen können nicht durch Stimmen⸗