# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S57 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1916. 57 Gebet hat Luther aus den Verheißungen Gottes im Evangelium immer wieder Kraft, Mut, Unerſchrockenheit und Freudigkeit geſogen für ſeinen ernſten und gewaltigen Kampf. Durch ſein Gebet iſt er ein ſo un⸗ erſchrockener Kämpfer geworden. Durch ſein Gebet wurde er unüber⸗ windlich. Sehen wir zu, daß wir Luther darin ähnlich werden! Ver⸗ geſſen wir es doch ja nicht, daß wir Gott die Not ſeiner Chriſtenheit, die der Antichriſt ihr bereitet, täglich im Gebet vortragen und ihn um Hilfe anflehen. Wir wollen täglich Gott ſeine Verheißung vorhalten, die er ſeiner Kirche gegeben hat, daß die Pforten der Hölle ſie nicht überwältigen ſollen, daß er ihr Schutz und Wall, ihre Zuverſicht und ihre Burg ſein will. Täglich wollen wir den HErrn der Kirche bitten, daß er uns zu unerſchrockenen Streitern ſeiner Kirche machen wolle, zu treuen Bekennern ſeines Namens auch dem Papſttum gegenüber, daß er uns freudig und willig mache, auch das zu leiden, was es darüber zu leiden gibt, ſei es Einbuße an Ehre und Anſehen oder auch an irdiſchem Gut. Sind wir fleißige Beter, dann kann es uns gegen das Papſttum nicht fehlen. Gott hat uns ſo viele, ſo herrliche Verheißungen gegeben für unſer Gebet, wenn wir im Namen unſers Heilandes, im Glauben, beten. Und er iſt treu, der es verheißen hat, welcher wird's auch tun. Und dann noch das dritte: daß wir das Evangelium verkündigen, daß wir es ſagen, reden und ſchreiben. Wir wollen es tun öffentlich und ſonderlich, als Gemeinſchaft und jeder für ſeine Perſon, woimmer und wieimmer unſer Gott uns Gelegenheit dazu gibt. Auf unſern Kanzeln in den Gemeinden muß das reine, lautere Evangelium erſchallen und neben ihm, ihm zum Dienſt, auch die klare, tötende Predigt des Geſetzes, die den Menſchen zu Boden wirft, unter Gottes Zorn und Fluch, daß er merkt, daß er einen Erretter braucht, wenn er ſelig werden will, einen Heiland, wie ihn dann das Evangelium ihm zeigt. Hüten wir uns vor den modern topics in unſern Predigten, vor der moraliſierenden, ſentimentalen Vermiſchung von Geſetz und Evangelium, welche weder Geſetz noch Evangelium iſt; ſondern Menſchenweisheit oder vielmehr Menſchentorheit! Dadurch arbeiten wir ſchließlich nur Rom in die Hände. Wir wollen bleiben bei den alten Lehren des göttlichen Wortes, auch wenn man ſie vielfach für unmodern hält; das alte Evangelium wollen wir unſern Gemeinden predigen, nicht in hohen Worten menſchlicher Weisheit, ſondern ſchlicht und einfach, aber in Erweiſung des Geiſtes und der Kraft, auf daß unſer Glaube beſtehe nicht auf Menſchenweisheit, ſondern auf Gottes Kraft. Sehen wir zu, daß das alte und doch ewig neue Evangelium nicht nur unſern Gemeinden gepredigt wird, ſondern auch darin regiert, in den Häuſern und Herzen der Chriſten! Gerade auf dieſe Weiſe führen wir den Kampf gegen Rom. Es iſt das ein wichtiges Stück dieſes Kampfes. Doch der HErr hat uns das Evangelium für die ganze Welt gegeben. Er ſagt: „Geht hin in alle Welt und predigt das Evangelium