# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S56 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 56 Verhandlungen der ſechsundzwanzigſten Verſammlung zeugen von unſerm Heiland und ſeinem Heil, das unſere Seele ſelig macht. Je tiefer wir das erkennen, je gläubiger und vertrauensvoller wir uns aber dann auch in ſeiner Kraft zu ihm wenden, der uns alle Sünde vergibt und heilet alle unſere Gebrechen, um ſo werter und teurer wird uns das Evangelium werden, um ſo mehr wird der Lauheit und Sattheit gewehrt. Dann wird durch ſolche tägliche Reue und Buße, darin unſer ganzes Chriſtenleben beſteht, das Evangelium immer mehr eine Macht in uns, das eigentliche Leben unſers Lebens. Um ſo tüch⸗ tigere, eifrigere Kämpfer werden wir ſein gegen den Papſt und ſeine ſeelenverderblichen Lehren. Vergeſſen wir es auch bei dem bevorſtehenden Jubelfeſt nicht, daß wir uns vor Gott demütigen um unſers Undanks willen, daß wir ihn von Herzen um Vergebung bitten! Das iſt das erſte, was zum rechten Kampf gegen das Papſttum mittelſt des Evan⸗ geliums gehört, daß wir danach trachten, daß wir ſelbſt gläubige Chriſten bleiben und es immer mehr werden, daß wir, wenn auch in Schwachheit, ſo doch mit aufrichtigem Herzen dem großen Apoſtel die Worte nach⸗ ſprechen lernen: „Ich lebe, doch nun nicht ich, ſondern Chriſtus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleiſch, das lebe ich in dem Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebt hat und ſich ſelbſt für mich dar⸗ gegeben. Ich werfe nicht weg die Gnade Gottes.“ (Gal. 2, 20. 21.) Vergeſſen wir aber auch dabei den zweiten Rat Luthers nicht! Er bezieht ſich auf das Gebet. Das Gebet iſt eine gewaltige Waffe gegen den Antichriſten, nicht etwa eine andere Waffe neben dem Evangelium, von dieſem verſchieden, ſondern im Grunde dieſelbe Waffe. Im Gebet, wenn es anders ein rechtes Gebet iſt, ſetzen wir ſo recht eigentlich das Evangelium in Schwang. Im Gebet halten wir Gott ſeine ewigen Verheißungen vor und halten ſie unſerer Seele vor. Gerade im Gebet beſchäftigen wir uns ganz intenſiv mit dem Evangelium und ſeinen ewigen Verheißungen. Im Gebet werfen wir alle unſere Nöte und Sorgen, unſere Schwachheit, unſere Sünde, die Macht und Stärke des Feindes mit ſeinen Verſuchungen und Anfechtungen auf Gott und ſeine Gnade und Treue und halten uns an Gottes Zuſage. So wird unſer Glaube, unſer Vertrauen auf Gott und ſeine Verheißung, mächtig geſtärkt, ſo bekommen wir getroſten Mut zum Kampf gegen unſere Feinde. Gerade auch durch ſein gläubiges Gebet iſt Luther ein ſo unerſchrockener Streiter wider den Papſt geworden in einem Kampf, gegen den unſer Kampf wider denſelben Feind nur wie ein Kinderſpiel erſcheint. Luther war ein fleißiger, ein gewaltiger Beter. Er rang mit ſeinem Gott im Gebet, er warf ihm ſeine Verheißungen vor die Füße, er hielt ſie ſeiner Seele vor und wurde ſo der göttlichen Hilfe, ſeines Beiſtandes, im Glauben gewiß. Und dann konnte er getroſt Chriſtum bekennen, dann konnte er friſch und fröhlich vor die Legaten des Papſtes treten, vor Kaiſer und Reich, er, ein einſamer und ver⸗ achteter Mönch, und von ſeinem Heiland und deſſen Evangelium zeugen, obwohl er wußte, daß Gefangenſchaft, ja der Tod ihm drohte. Im