# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S55 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1916. 55 und der Stein, den du über dich wirfſt gen Himmel, wird dir auf den Kopf fallen. Das andere: Du ſollſt demütiglich beten wider das päpſt⸗ liche Regiment, wie da tut und lehrt der 10. Pſalm, V. 12. ff., und ſpricht: ‚Stehe auf, HErr Gott, und erhebe deine Hand; vergiß nicht deiner Armen! Warum läſtert der Gottloſe dich, HErr Gott, und ſpricht: Du fragſt nicht danach? Du ſiehſt ja und erkennſt ſeine Mühe und Grimm, auf daß du ſie übergebeſt in deine Hände. Der Arme iſt dir gelaſſen, dem Waiſen wirſt du helfen. Zerknirſche den Arm des Gottloſen, ſuche ſeine Bosheit, ſo wird ſein gottlos Weſen nimmer ſein‘ uſw. Das dritte: Daß du deinen Mund laſſeſt ſein einen Mund des Geiſtes Chriſti, von dem St. Paulus droben ſagt, 2 Theſſ. 2, 8: ‚Unſer HErr JEſus wird ihn töten mit dem Geiſt ſeines Mundes.‘ Das tun wir, ſo wir getroſt fortfahren, wie angefangen iſt, des Papſtes und der Papiſten Büberei und Betrügerei unter die Leute treiben mit Reden und Schreiben, bis daß er, in aller Welt bloß aufgedeckt, erkannt und zuſchanden werde. Denn mit Worten muß man ihn zuvor töten, der Mund Chriſti muß es tun, damit wird er aus der Menſchen Herzen geriſſen und ſeine Lügen erkannt und verachtet werden. Wenn er aber aus dem Herzen iſt, daß ſein Ding nicht mehr gilt, ſo iſt er ſchon zer⸗ ſtört. . . . Siehe nun, treibe und hilf treiben das heilige Evangelium; lehre, rede, ſchreibe und predige, wie Menſchengeſetze nichts ſeien; wehre und rate, daß niemand Pfaff, Mönch, Nonne werde, und wer drinnen iſt, herausgehe; gib nicht mehr Geld zu Bullen, Kerzen, Glocken, Tafeln, Kirchen, ſondern ſage, daß ein chriſtlich Leben ſtehe im Glauben und Liebe, und laß uns das noch zwei Jahr treiben, ſo ſollſt du wohl ſehen, wo Papſt, Biſchöfe, Kardinäle, Pfaff, Mönch, Nonne, Glocken, Turm, Meſſe, Vigilien, Kutten, Kappen, Platten, Regel, Statuten und das ganze Geſchwürm und Gewürm päpſtlichen Regiments bleibe; wie der Rauch ſoll es verſchwinden.“ (X, 367 ff.) Das iſt ein gar trefflicher Rat Luthers. Wir müſſen zunächſt, wenn wir recht gegen Rom kämpfen wollen, das Evangelium auf uns ſelbſt anwenden, damit wir rechte, tüchtige Kämpfer bleiben und es immer mehr werden. Wenn wir ſehen, wie der Einfluß des Papſttums und ſeine Macht in unſerm Lande wächſt, wie ſein Reich und ſeine Kirche zunimmt, wie er ſo manche Menſchen beſtrickt und in ſeinen Netzen fängt, ſo wollen wir zuerſt auf uns ſehen. Wir wollen bedenken, daß auch wir durch unſern Undank, durch unſere Gering⸗ ſchätzung des Evangeliums, mit daran ſchuld ſind. Wir wollen uns ſelbſt wieder recht ernſtlich prüfen, ob uns das Evangelium noch das Licht auf unſerm Wege iſt und die Leuchte unſerer Füße. Wir wollen uns ſelbſt in aufrichtiger Reue zu Gott wenden, ihn um Gnade und Vergebung bitten für unſere Schuld um Chriſti willen. Es iſt wahr, wir Chriſten, gerade auch wir lutheriſchen Chriſten, ſind ſchuld daran, daß der Papſt ſo drohend ſein Haupt erhebt in unſerm Lande; wir ſind ſo faul und träge in der Ausbreitung des Evangeliums, ſo träge, zu