# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S53 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1916. 53 bigotten Menſchen, als einen Zeloten und finſteren Eiferer, deſſen Tun und Treiben der Kirche Gottes nur Schaden zufüge. Gerade auch im Intereſſe des Kampfes gegen das Papſttum macht man dieſe Vereinigung der proteſtantiſchen Kirchen geltend. Wie wichtig wäre es, welch einen gewaltigen Eindruck würde es machen, wenn die proteſtantiſchen Kirchen ihren Hader vergeſſen und in geſchloſſener Front gegen den Papſt und ſeine Hierarchie anrücken würden! Dann könnte der Sieg gewißlich nicht ausbleiben. Es fehlt nicht an Stimmen, die für das Jubeljahr der Reformation eine ſolche Vereinigung auf Koſten der Wahrheit vorſchlagen und dringend empfehlen. Verhehlen wir es uns nicht, daß auch uns dieſe Gefahr droht, daß auch unter uns ſich das Gelüſte zu regen beginnt, es mit der Lehre nicht mehr ſo genau zu nehmen, daß auch unter uns ſich die Anzeichen einer falſchen Union zu mehren ſcheinen. Und doch, wenn wir dieſem Unionismus unter uns Raum geben, wenn wir aufhören, vor allen Dingen auf die Reinheit der Lehre zu achten, wenn wir die göttliche Wahrheit, das Wort, das Gott uns anvertraut hat, in dieſem oder jenem Stück preisgeben, ſo wird uns das ganze Evangelium bald ganz abhanden kommen. Und dann haben wir auch die rechte Waffe gegen das Papſttum verloren. Unſer Kampf gegen dieſe gefährlichſte Macht wird mehr oder weniger nur ein Scheinkampf ſein. Wie Luther zu den falſchen Lehrern ſeiner Zeit ſtand, zu den Schwärmern und Reformierten, das hat er ja oft dargelegt. Inſonder⸗ heit ſpricht er ſich darüber aus in ſeiner Auslegung des Galaterbriefes. Da ſchreibt er unter anderm alſo: „So hoch ſie [die falſchen Propheten] die Einigkeit des Lebens preiſen, ſo ſehr müſſen wir die Einigkeit in der Lehre und im Glauben preiſen. Wenn ſie uns dieſe unverletzt laſſen, ſo wollen wir auch zugleich mit ihnen die Einigkeit der Liebe hoch erheben, welche der Einigkeit im Glauben oder im Geiſt bei weitem nicht gleichzuſetzen iſt. Denn wenn du dieſe verloren haſt, ſo haſt du Chriſtum verloren; iſt aber der verloren, ſo kann dir die Liebe nichts nützen. Dagegen wenn du die Einigkeit des Geiſtes und Chriſtum behältſt, ſo ſchadet es nichts, wenn du mit denen nicht einig biſt, welche das Wort verderben und dadurch die Einigkeit des Geiſtes trennen. Ich will daher lieber, daß ſie und die ganze Welt mit ihnen von mir treten und mir feind ſind, als daß ich von Chriſto abtreten und ihn zum Feind haben ſollte, was geſchehen würde, wenn ich ſein klares und offenbares Wort verlaſſen und ihren nichtigen Träumen anhangen würde, mit denen ſie Chriſti Worte auf ihre Meinung verkehren. Der eine Chriſtus iſt mir größer als unzählig viele Einigkeiten in der Liebe.“ (IX, 727.) Wir ſagen daher mit unſerm Bekenntnis auch in bezug auf die Sekten und falſchen Kirchen: „Schwer iſt es, daß man von ſo viel Landen und Leuten ſich trennen und eine ſondere Lehre führen will. Aber hie ſtehet Gottes Befehl, daß jedermann ſich ſoll hüten und nicht mit denen einhellig ſein, ſo unrechte Lehre führen.“ (M., S. 337.) Die dritte Gefahr, die uns droht, die uns das Evangelium, dieſe