# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S51 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1916. 51 Nachfolger Petri ſei, der Statthalter Chriſti auf Erden, das Haupt der ganzen Chriſtenheit, ihr unfehlbarer Lehrer, ohne deſſen Gewalt und Schlüſſel kein Menſch ſelig werden könne. Er hat Leben und Seligkeit in Chriſto. So führen wir unſern Kampf gegen den Papſt, daß wir das Evangelium predigen, durch dies Evangelium die Leute zu Chriſto in ſein Reich bringen, ins Reich der Gnade, und ſie darin erhalten. So gehen ſie dem Teufel und dem Papſt verloren, und deren Reich wird gemindert und zerſtört. Würde es uns gelingen, die großen Maſſen des Volks für das Evangelium zu gewinnen, wozu allerdings leider keine Ausſicht iſt, dann wäre es in unſerm Land mit des Papſtes Macht und Einfluß vorbei, ſeine Macht wäre gebrochen. — Auf dieſe Weiſe hilft auch die Kirche am beſten dem Staat im Kampf gegen den Papſt, daß ſie dafür Sorge trägt, daß unter ſeinen Bürgern ſich möglichſt viele wahre Chriſten finden, Chriſten, die den Greuel des Papſttums in ſeinem innerſten Weſen erkannt haben und verabſcheuen, die innerlich vom Papſttum und ſeiner Werkgerechtigkeit frei geworden ſind. Solche Bürger werden ſchon die Mittel und Wege finden, wie ſie den politiſchen übergriffen der römiſchen Kirche auf politiſchem Gebiet entgegentreten ſollen und können. Das Evangelium iſt die Waffe, die Gott ſeiner Kirche in die Hand gegeben hat. Mit dieſer Waffe kämpft ſie alle ihre Kämpfe. Mit dem Evangelium richtet ſie alles aus. Was ſie mit dem Evangelium nicht ausrichten kann, das läßt ſie getroſt ungetan und befiehlt es dem HErrn der Kirche. Wollen wir alſo recht gegen das Papſttum kämpfen, ſo kommt es hauptſächlich auf zweierlei an, einmal darauf, daß wir doch ja das Evangelium feſthalten, daß wir uns dieſe Waffe nicht aus den Händen reißen laſſen, und ſodann, daß wir dieſe Waffe recht und aus⸗ giebig gebrauchen. Das iſt das erſte: Wollen wir den uns befohlenen Kampf recht führen, ſo müſſen wir unſere Waffe feſthalten, dürfen ſie uns nicht nehmen laſſen. Das iſt ganz ſelbſtverſtändlich, aber eine Erinnerung daran iſt wahrlich nicht überflüſſig. Wir ſtehen in großer Gefahr, dieſe Waffe zu verlieren. Der Teufel, dem es darum zu tun iſt, ſein Reich zu erhalten, ſeinen beſten Bundesgenoſſen, den Papſt, zu ſchützen, verſucht es mit aller Liſt und Macht, dieſe Waffe, ohne welche wir ihm nicht ſchaden können, uns aus den Händen zu reißen. Von drei Seiten vornehmlich droht uns hier Gefahr. Da iſt zunächſt die ſtolze menſchliche Vernunft und Weis⸗ heit, die ſich in unſern Tagen beſonders in der Form einer falſchen Wiſſenſchaftlichkeit breitmacht. Unſere Zeit nennt ſich gern auch das wiſſenſchaftliche Zeitalter. Man rühmt ſich, nichts mehr auf Autorität hin anzunehmen, es muß alles wiſſenſchaftlich bewieſen ſein. Moderne Wiſſenſchaft, moderne exakte Naturforſchung, moderne exakte Geſchichtsforſchung, Evolution, und welch hochtönende Namen man dem Ding noch geben mag, das iſt der Abgott unſerer Zeit geworden, vor