# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S50 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 50 Verhandlungen der ſechsundzwanzigſten Verſammlung das einige Wort, von mir gepredigt und geſchrieben, hat ſolches alles ausgerichtet und gehandelt. Wenn ich auch hätte mit Gewalt und Ungemach hierinne gefahren, ich ſollte wohl ein ſolch Spiel angefangen haben, daß Deutſchland wäre dadurch in groß Blutvergießen kommen. Aber was wäre es? Ein Narrenſpiel wäre es geweſen und ein Ver⸗ derbnis an Leib und Seele. Ich bin ſtille geſeſſen und habe das Wort laſſen handeln.“ (XX, 20. 21.) Ein anderes Mal ſagt er in der Auslegung des 8. Pſalmes (V, 210): „Was geſchieht zu unſerer Zeit? Dem Papſt fehlt es nicht an gelehrten, klugen, verſtändigen Leuten, ſondern übertrifft uns weit mit Kunſt, Witz und Verſtand. Dennoch richtet er nichts aus wider uns. Wir tun nichts mehr, denn daß wir den Mund auftun und das Wort getroſt treiben. Solche Schlacht halten wir mit dem Papſt. Wir zücken kein Schwert, ſchießen keine Büchſen ab, ſondern mit dem Wort, Vaterunſer, Kinderglauben, Evangelium richten wir eine Macht zu, welche ſo ſtark und mächtig iſt, daß ſie Pfafferei, Möncherei, Nonnerei und das ganze Papſttum daniederlegt. Er hält unſer Evangelium für Narrenpredigt, ja für Ketzerei, aber er muß davor erſchrecken und zu Boden gehen. Denn der HErr, unſer Herrſcher, iſt viel ſtärker denn der Teufel, Papſt und Welt. Der kann die Kunſt, wenn er ſich ſchwach ſtellt, iſt er am ſtärkſten. Mit Schwachheit und Unkräften fähet er es an, läßt ſein Wort predigen, welches die Welt für Kinderwerk, Narrheit und Torheit hält. Aber durch ſolche Schwach⸗ heit und Unkraft iſt er ſo kräftig, daß er alles andere Wort, Gewalt und Weisheit in der Welt zuſchanden macht.“ Das müſſen wir von Luther lernen, daß wir allein dieſe Waffe gegen den Papſt gebrauchen. Nur das iſt die rechte Waffe in dieſem geiſtlichen Kampf. Kein Menſch iſt in Wahrheit vor dem Papſt und ſeiner Verführung ſicher, als der die Wahrheit des Evangeliums an ſeinem Herzen erfahren hat, der im Evangelium lebt. Ein jeder Menſch, auch wenn er den Papſt nicht anerkennt, iſt von Natur doch in des Papſtes Reich. Ein jeder, der überhaupt ſelig werden will, will von Natur durch ſein Verdienſt, durch ſein Tun und Werk, ſelig werden, will etwas mitwirken zu ſeiner Seligkeit, gerade wie der Papſt es lehrt. Aus dieſer Werkgerechtigkeit, aus dem Vertrauen auf ſein Tun, kommt ein Menſch nur heraus durch Gottes Wort, dadurch, daß Gott ſein Herz erſchreckt durch die Stimme des Geſetzes, daß er erkennt, daß er mit ſeinem Tun verloren iſt und nur Gottes Zorn ver⸗ dient, dadurch, daß der HErr im Evangelium ihm den Heiland der Sünder zeigt, der eine vollgültige Erlöſung erfunden hat, und durch dies Evangelium den Sünder überwindet, ihn zum Glauben an dieſen ſeinen Heiland bringt und ihn der Verſöhnung und der Seligkeit gewiß macht, ihn macht zu einem ſeligen Gotteskinde. Ein ſolcher Menſch iſt innerlich vom Papſt und ſeinem Reich frei, er iſt bewahrt vor ſeinen Verführungen. Auf ihn macht weder die ſcheinbare Heiligkeit des Papſtes Eindruck noch ſeine angemaßte Würde und Gewalt, daß er der