# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1858_S372 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 372 Correspondenz aus Deutschland. tritt, als der Friede, den ihm der Tod gebracht hat und der in mannigfachen Abstufungen, von der naiven Harmlosigkeit der unteren Schichten an bis zu dem „„von höherer Intelligenz durchwehten Gleichmuth““ der oberen Kruste, diese Mumie so fest verpicht, daß sie dem heiligen Geist, von seinem Lebensodem unberührt, in's Angesicht grinsen und weiter nichts kann, wie Loth's Eidame.“ „Ganz besonders unheimlich muß einem Leser der Offenbarung dabei zu Muthe sein, daß der Abscheu vor dem römischen Antichrist auf dem Heerde der Reformation total erloschen zu sein scheint. Während die Zeitungen triumphiren, wenn Harleß auf dem Wege der Ordnung die Gottesdienste der lutherischen Kirche nicht wieder herzustellen vermag, und doch zugleich gegen mißliebige Stimmen einiger Gegner der Union oder des Rationalismus den Arm der Obrigkeit herausfordern, kann man im Hamburger Correspondenten lesen, daß „„die Weihe der Wahrheit und Festigkeit, die der katholischen Kirche verliehen sei, ihr in Folge des mit China geschlossenen Vertrags in jenem Lande einen großen Sieg verheiße.““ „Daß auf so gebahnten Wegen die römische Hure stolz einherfährt, ist nicht zu verwundern. Eine in dieser Zeit zu Cöln gehaltene, auch von Franzosen und Spaniern besuchte, Conferenz hat nach den darüber erschienenen Zeitungsberichten den Protestantismus ungefähr wie einen muthwilligen Knaben behandelt, der nun selbst mit großer Scham erkenne, im Papstthum nicht eine alte Vettel, sondern seine eigene Mutter beschimpft zu haben. Ihm sei mit der Kirche der Heiland und mit dem Glauben an den Sohn Gottes alle Religion entschwunden, hieß es in den auf dieser Versammlung gehaltenen Reden. Statt aber durch diesen, von den abtrünnigen Kindern treuer Väter nur zu wohl verdienten Vorwurf und die Krone, welche den schwedischen „„Märtyrerinnen““ im Univers geschmiedet wird, als die lediglich durch den Mangel der reinen Predigt und namentlich der Privatabsolution genöthigt worden seien in den römischen Schierling zu beißen, vor allen Dingen zu dem der Vernunft und falschen Liebe preisgegebenen Panier schriftmäßiger Lehre zurückgeleitet zu werden, will der Hamburger Kirchentag mit dem Liebeseifer der Prediger das dürre Feld wässern, als könnte der versiegte Bach nach Gefallen austreten, schweigt aber des rechten Schadens der Stadt Zion so ganz und gar, daß er, was Oesterreich für die Protestanten thut, als Beweis anführt, wie gut es um den Schutz aussehe, den das Evangelium in deutschen Landen genieße. Das ist freilich kein Wunder. Hilft doch der Kirchentag selber Rom, die Wälle unserer Burg abzutragen, weil er als eine Beule der Union, die, wie die Zeitungen freilich in unlauterer Weise höhnen, der Binde der Polizei bedarf, um nicht unsanft berührt zu werden, dem Arme wehrt, das Schwert zu führen, womit gerade in Hamburg einst die Diener Christi sich aller Untreue im Bekenntniß so tapfer erwehrten!“