# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S47 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1916. 47 Bürger einen politiſchen Kampf, der uns von Rom durch ſeine politiſchen Beſtrebungen aufgenötigt iſt. Hüten wir uns aber, daß wir auch als Bürger keine falſchen und ungeſetzlichen Mittel gebrauchen! Hüten wir uns mit allem Fleiß, Religion in dieſen Kampf zu miſchen! Es gibt bekanntlich in unſerm Lande eine ganze Reihe von Zeitungen, die ſich den Kampf gegen Rom zur Aufgabe gemacht haben, die Menace, American Citizen und ähnliche. Es haben ſich allerlei Vereinigungen zu dieſem Zweck gebildet; die bekannteſten unter ihnen ſind die “Guard- ians of Liberty” und die “Knights of Luther”. Dieſe alle wollen, wie ſie ſagen, nicht einen religiöſen, ſondern einen politiſchen Kampf gegen Rom führen, um unſer Land gegen die übergriffe Roms auf ſtaatlichem Gebiet zu ſchützen und um ihren Mitbürgern die Augen für dieſe große Gefahr zu öffnen. Sie wollen nicht gegen die römiſche Kirche als ſolche, ſondern gegen das römiſche Papſttum, ſoweit es eine politiſche Inſti⸗ tution iſt, ſtreiten. Aber ſie kämpfen mit verkehrten Waffen. Ihre Waffen ſind hauptſächlich die Logen und die öffentlichen Schulen des Landes. Sie bringen damit religiöſe Elemente in den Kampf hinein. Die Logenreligion der Werke, die im Grunde dieſelbe iſt wie die Religion des Papſttums, die ſie auch in die öffentlichen Schulen zu bringen ſich bemühen, die ſoll das Mittel ſein, womit man das Papſttum überwinden will. Hüten wir uns vor dieſen Vereinigungen! Wir können in dieſem Kampf auch als Bürger mit ihnen nicht Seite an Seite ſtehen. Wir Chriſten müſſen auch als Bürger dieſen Kampf mit reinem Gewiſſen führen. Aber ſo wichtig und ernſt auch dieſer politiſche Kampf iſt, den unſer Land gegen Rom als eine politiſche Macht zu führen hat, ſo dürfen wir doch nicht vergeſſen, daß das nicht der Kampf iſt, den wir als Chriſten, als Bürger in dem Reich unſeres Königs JEſu Chriſti, zu kämpfen haben. Dieſer politiſche Kampf kann vielleicht, wenn er mit Ernſt und Nachdruck geführt wird, unſer Land vor den übergriffen Roms auf bürgerlichem Gebiet bewahren, aber durch ſolche Mittel kann man die geiſtliche Macht des Papſtes nicht brechen, durch ſolche Mittel kann man die Gewiſſen nicht freimachen von ſeiner falſchen, ſeelengefährlichen Menſchenlehre und Werkgerechtigkeit. Das iſt der eigentliche Kampf, den wir als Kirche, als Chriſten gegen den Antichriſten zu führen haben, und der grundverſchieden iſt von dem politiſchen Kampf gegen dieſen Feind. Seien wir ja vorſichtig, daß wir dieſen verſchiedenartigen Kampf nicht ineinandermengen! Hüten wir uns mit allem Fleiß, daß wir die Kirche in die Politik bringen, uns als Kirche in Angelegenheiten miſchen, die dem Staat gehören, die auf ſeinem Gebiet liegen! Die Gefahr iſt groß, gerade weil die römiſche Kirche das immer wieder tut. Hüten wir uns, daß wir ihr darin nachfolgen, daß wir das ſelbſt tun, was wir an ihr verwerfen müſſen. Die Grenzlinien ſind hier oft ſehr fein gezogen und können leicht überſchritten werden. Beſonders auch die Paſtoren müſſen hier ſehr vorſichtig handeln; ſie dürfen ſich auch in