# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S46 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 46 Verhandlungen der ſechsundzwanzigſten Verſammlung berechtigt und nötig, ja hoch nötig, wenn wir unſer ſchönes Land von papiſtiſcher Tyrannei freihalten wollen. Und dieſer Kampf bleibt auch nicht ohne Frucht. Es iſt wahrlich nicht ohne Nutzen, wenn den Maſſen unſerer Bürger (die ſich um ſolche Dinge oft wenig kümmern, denen von römiſcher Seite das Papſttum mit ſeinen Zielen ganz falſch dargeſtellt wird) die ſtaatsgefährlichen Tendenzen des Papſttums, und zwar aus den Erklärungen der Päpſte ſelbſt vor die Augen geſtellt werden, die ſchweren ſittlichen Gefahren und Schäden ſo vieler papiſtiſcher Ord⸗ nungen und Inſtitutionen. Es iſt nicht ohne Segen und Nutzen für unſer Land, wenn die politiſchen Umtriebe der römiſchen Prieſter, Vereine uſw. dargelegt, wenn die Bürger vor ihnen gewarnt und aufgefordert werden, am Stimmkaſten von ihren Rechten Gebrauch zu machen, um dieſe gefährlichen Feinde abzuwehren und unſerm Lande ſeine politiſche und ſeine Religionsfreiheit zu wahren. Auch wir Chriſten beteiligen uns an dieſem Kampf. Wir Chriſten ſind ja Bürger zweier getrennter, grund⸗ verſchiedener Reiche. Wir ſind Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenoſſen, Untertanen unſers HErrn JEſu Chriſti, der uns mit ſeinem Blut zu ſeinem Eigentum erworben hat, und als ſolche führen wir einen ganz andern, den eigentlichen Kampf mit dem Papſt. Wir ſind aber auch Bürger des weltlichen Reiches und Landes, in dem wir wohnen. Und als weltliche Bürger haben wir ein großes Intereſſe daran, unſer Land vor den politiſchen Beſtrebungen des Papſttums zu bewahren, ja, wir haben auch die Verpflichtung dazu. Wir Chriſten ſollen der Stadt und des Landes Beſtes ſuchen, wohin Gott uns geführt hat. Gerade uns Lutheranern hat Gott auch in dieſer Hinſicht eine große Verantwortung auferlegt. Er hat uns eine klare Erkenntnis des geiſtlichen Verderbens des Papſttums geſchenkt, ſeine Gefahren für Seele und Seligkeit der Menſchen. Und dieſe Erkenntnis bringt es mit ſich, daß wir auch die gefährlichen Machinationen der römiſchen Kirche auf politiſchem und ſozialem und bürgerlichem Gebiet um ſo beſſer erkennen und um ſo ſicherer beurteilen können. Gerade auch wir ſollten in dieſer Hinſicht unſere Pflicht unſerm Lande gegenüber erfüllen, ſollten unſern Mitbürgern die Augen öffnen, ihnen die großen Gefahren zeigen, die von dieſer Seite unſern Inſtitutionen drohen, ſollten ſelbſt ſtets auf der Hut ſein und auch unſere Mitbürger zur ſteten Wachſamkeit gegen dieſen Feind ermuntern. Wir werden als Bürger mit andern Bürgern es wohl überlegen, welche Mittel und Wege uns zu Gebote ſtehen, um den übergriffen der römiſchen Kirche auf ſtaatlichem Gebiet zu wehren, wir werden ein wachſames Auge haben auf unſere Beamten und Legis⸗ laturen, die ſo gern um politiſcher Vorteile willen mit Rom liebäugeln, auf die Preſſe unſers Landes, die dasſelbe tut. Wir werden beſonders auch durch unſer Stimmrecht unſern Einfluß geltend machen. Mit einem Wort, wir werden alle geſetzlichen, rechtmäßigen Mittel anwenden, um unſer teures Vaterland vor dieſem gefährlichen Feind zu ſchützen. Damit mengen wir nicht etwa Religion in die Politik. Wir kämpfen als