# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S43 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1916. 43 Welt, die in der Finſternis dieſer Welt herrſchen, mit den böſen Geiſtern unter dem Himmel. Es iſt klar, daß wir da bekennen müſſen, daß mit unſerer Macht nichts getan iſt, daß wir gar bald verloren ſind dieſem Feind gegenüber, wenn wir dabei auf unſere Macht allein angewieſen wären. Aber wir ſetzen mit Luther getroſt hinzu: „Es ſtreit't für uns der rechte Mann, den Gott hat ſelbſt erkoren.“ Und dieſer Mann iſt JEſus Chriſt, der HErr Zebaoth, der das Feld behalten muß und wird. Gott ſelbſt will den Widerwärtigen umbringen, aber er will das nicht unmittelbar tun, ſondern „durch den Geiſt ſeines Mundes“, das heißt, durch das Wort, das aus ſeinem Munde geht, durch das Evangelium, das er ſeiner Kirche anvertraut und es zu verkündigen ihr befohlen hat. So will der HErr den Boshaftigen bekämpfen und ihn überwinden, daß ſeine Kirche das Evangelium predigt und ver⸗ kündigt. Dadurch und dadurch allein macht der HErr die Gewiſſen der Menſchen frei, wahrhaft frei von der Werkgerechtigkeit, den Menſchen⸗ ſatzungen und der Tyrannei des Papſttums. Dadurch gründet er die Herzen der Menſchen auf den feſten Fels des Verdienſtes Chriſti und damit der Gewißheit ihrer Seligkeit. Und ſtehen ſie auf dieſem Fels, dann ſind ſie geſichert gegen alle Lockungen und Drohungen des Papſtes und ſeiner Anhänger. Daß alle andern Kampfmittel gegen den Papſt machtlos ſind, ihn nicht ſtürzen können, das lehrt auch klar die Geſchichte. Nicht ohne ernſtlichen Widerſtand auch innerhalb der Kirche iſt das Papſttum auf den Gipfel ſeiner Macht ge⸗ kommen. Jahrhunderte hindurch hat der Kampf gedauert, der beſonders auch von den Biſchöfen geführt wurde. Denken wir nur an die drei ſogenannten reformatoriſchen Konzile des 15. Jahrhunderts, an die Konzile zu Piſa, Konſtanz und Baſel. Man wollte mit allem Ernſt das Papſttum reformieren, wollte vor allen Dingen auch den Grundſatz feſtlegen, daß das Konzil über dem Papſt ſtehe, und ſo ſeine Macht brechen. Ihre beſten, gelehrteſten Repräſentanten hatte die damalige Kirche auf dieſe Konzilien geſandt, Männer, denen das Wohl der Kirche wirklich am Herzen lag. Mit großem Eifer haben ſie es verſucht, das Papſttum und die ganze Kirche zu reformieren, das Papſttum wenigſtens einigermaßen in Schranken zu halten. Der Kampf zwiſchen dem Papſt und den Konzilien iſt längſt entſchieden, der Papſt hat einen vollſtändigen Sieg davongetragen. Es iſt längſt anerkannt in der römiſchen Kirche, daß der Papſt über den Konzilien ſteht. Wie entſcheidend der Sieg des Papſttums geweſen iſt, zeigt unter vielem andern auch z. B. die Art und Weiſe, wie früher und jetzt die Konzile ihre Beſchlüſſe ankündigen. Sonſt gaben die Konzile in ihrem Namen ihre Beſchlüſſe kund. Noch im Tridentinum heißt es: „Sacrosancta oecumenica et generalis Tri- dentina Synodus, in Spiritu Sancto legitime congregata, praese- dentibus in ea tribus Apostolicae Sedis Legatis, statuit, fatetur et declarat.“ (Die hochheilige, ökumeniſche und allgemeine Tridentiner