# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S40 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 40 Verhandlungen der ſechsundzwanzigſten Verſammlung Joch mit den Ungläubigen; denn was hat das Licht für Gemeinſchaft mit der Finſternis uſw.? Schwer iſt es, daß man von ſo vielen Landen und Leuten ſich trennen und eine ſondere Lehre führen will. Aber hie ſteht Gottes Befehl, daß jedermann ſich ſoll hüten und nicht mit denen einhellig ſein, ſo unrechte Lehre führen oder mit Wüterei zu erhalten gedenken. Darum ſind unſere Gewiſſen deshalben wohl entſchuldigt und verſichert. Denn man ſieht je für Augen die große Irrtume, ſo in's Papſts Reich gehen, und die Schrift ſchreit mit aller Macht, daß ſolche Irrtum des Teufels und des Antichriſts Lehre ſei.“ (M., S. 336 f.) Das iſt der Hauptgreuel des Papſtes, daß er das Evangelium verdammt, das heißt, die Lehre, daß wir armen Sünder allein durch die freie Gnade Gottes in Chriſto ſelig werden, durch den Glauben an dieſen unſern einigen Erlöſer, und dafür, nicht etwa Gottes Gebote, ſondern ſeine eigenen Menſchengebote, Menſchenſatzungen, einſetzt als nötig zur Selig⸗ keit, daß er die verflucht, die dieſes Evangelium den Chriſten verkündigen, daß er die Chriſten zweifeln lehrt an ihrem Gnadenſtand und an ihrer Seligkeit und die verflucht, die das Gegenteil lehren, und alſo den Chriſten alle Hoffnung nimmt auf ihr Erbe, das ihnen doch Chriſtus durch ſein Blut erworben hat. Und das alles tut er im Namen Gottes und Chriſti, als ſein ſichtbarer Statthalter auf Erden, der allein den Himmel auf⸗ und zuſchließen kann, der von ihm die Macht erhalten hat, die ganze Kirche zu regieren, dem alle gehorſam ſein müſſen, der allein die Macht von Gott erhalten hat, die Schrift auszulegen und zu be⸗ ſtimmen, was göttliche Lehre ſei, der in der Erklärung der Lehre des Glaubens und des Lebens und alles deſſen, was die Regierung der Kirche anbetrifft, unfehlbar ſei und nicht irren könne, ſo daß jeder, der ein Chriſt ſein und ſelig werden wolle, ſeinen Ausſprüchen ſich zu unter⸗ werfen habe. So reißt er die Gewiſſen von Gottes Wort los und bindet ſie an ſeine Gewalt, daß niemand ohne ihn ſelig werden kann. Das iſt die furchtbare Tyrannei, die der Papſt über die Gewiſſen ausübt und ausüben will, daß er Gehorſam gegen ſein Wort fordert um Gottes willen, bei Verluſt der ewigen Seligkeit, und dabei doch alles tut, was in ſeiner Macht ſteht, die, welche ihm folgen, die auf ſein Wort hören, mit ſich nicht in den Himmel, ſondern in die Hölle zu führen. Darum iſt der Papſt der Antichriſt, der große Hauptfeind unſers Heilandes und ſeiner Kirche, der der Kirche mehr Schaden zugefügt hat und noch zufügt als alle andern Feinde, auch als der grobe Unglaube, der mit offenbarer Läſterung tobt und wütet gegen den HErrn und ſeinen Geſalbten. Wir bleiben bei Luthers Urteil, das er in einer Predigt ausſpricht: „So ſiehe nun, ob nicht der Papſt der höchſte Erzgreuel aller Greuel iſt, den Chriſtus und Daniel meint, und der rechte Endechriſt, davon geſchrieben iſt, daß er ſitze im Tempel Gottes, in dem Volk, da Chriſtus genennet iſt, da ſein Reich, Geiſt, Taufe, Wort und Glaube ſein ſoll, weil er durch ſein Geſchwärm des geiſtlichen Rechts Chriſto in ſein Amt und Reich greift, will über die Gewiſſen herrſchen und mit ſeinen Aufſätzen und