# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S39 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1916. 39 geſagt: Wenn du gleich an Chriſtum gläubeſt und alles an ihm haſt, was zur Seligkeit not iſt, ſo iſt's doch nichts und alles umſonſt, wo du mich nicht für deinen Gott hältſt, mir untertan und gehorſam biſt. Dies Stück zeigt gewaltig, daß er der rechte Endechriſt oder Wider⸗ chriſt ſei, der ſich über und wider Chriſtum geſetzt und erhöht hat, weil er will die Chriſten nicht laſſen ſelig ſein ohne ſeine Gewalt, welche doch nichts iſt, von Gott nicht geordnet noch geboten. Das heißt eigentlich, über und wider Gott ſich ſetzen, wie St. Paulus ſagt 2 Theſſ. 2, 4. Solchs tut dennoch der Türk' noch Tatter nicht, wie große Feinde ſie der Chriſten ſind, ſondern laſſen gläuben an Chriſtum, wer da will, und nehmen leiblichen Zins und Gehorſam von den Chriſten.“ (M., S. 307. 308.) Und in dem Anhang zu dieſen Artikeln bekennt unſere Kirche: „So reimen ſich auch alle Untugenden, ſo in der Heiligen Schrift vom Antichriſt ſind weisgeſagt, mit des Papſtes Reich und ſeinen Gliedern. Denn Paulus, da er den Antichriſten malt 2 Theſſ. 2, nennt ihn einen Widerſacher Chriſti, der ſich über alles erhebt, was Gott oder Gottes⸗ dienſt heißt, alſo daß er ſich ſetzt in den Tempel Gottes als ein Gott und gibt für, er ſei ein Gott. Hier redet Paulus von einem, der in der Kirche regiert, und nicht von weltlichen Königen, und nennt ihn einen Widerwärtigen Chriſti, weil er eine andere Lehre werde erdenken, und daß er ſich ſolches werde anmaßen, als tät' er's aus göttlichen Rechten. Nun iſt am erſten dies wahr, daß der Papſt in der Kirche regiert und unter dem Schein geiſtlicher Gewalt ſolche Herrſchaft hat an ſich bracht, denn er gründet ſich auf dieſe Wort': ‚Ich will dir die Schlüſſel des Himmelreichs geben.‘ Zum andern iſt je des Papſts Lehre wider das Evangelium. Zum dritten, daß er fürgibt, er ſei Gott, iſt in dreien Stücken zu merken: zum erſten, daß er ſich des anmaßt, er möge die Lehre Chriſti und rechte Gottesdienſt', von Gott ſelbſt eingeſetzt, ändern, und will ſeine Lehre und eigene erdichtete Gottesdienſt' gehalten haben, als hätte ſie Gott ſelbſt geboten; zum andern, daß er ſich der Gewalt anmaßt, zu binden und entbinden nicht allein in dieſem zeitlichen Leben hie, ſondern auch in jenem Leben; zum dritten, daß der Papſt nicht will leiden, daß die Kirche oder ſonſt jemand ihn richte, ſondern ſeine Gewalt ſoll über alle Konzilia und die ganze Kirche gehen. Das heißt aber ſich ſelbſt zum Gott machen, wenn man weder Kirche noch jemands Urteil leiden will. Zum letzten hat der Papſt ſolche Irrtum und gottlos Weſen auch mit unrechter Gewalt und Morden verteidigt, daß er alle, ſo nicht allermaß' mit ihm gehalten, hat umbringen laſſen. Weil nun dem alſo iſt, ſollen alle Chriſten auf das fleißigſt' ſich hüten, daß ſie ſolcher gottloſen Lehre und Gottesläſterung und unbilliger Wüterei ſich nicht teilhaftig machen, ſondern ſollen vom Papſt und ſeinen Gliedern oder Anhang als von des Antichriſts Reich weichen und es verfluchen, wie Chriſtus befohlen hat: ‚Hütet euch vor den falſchen Propheten!‘ Und Paulus gebeut, daß man falſche Prediger meiden und als einen Greuel verfluchen ſoll. Und 2 Kor. 6 ſpricht er: ‚Zieht nicht am fremden