# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S38 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 38 Verhandlungen der ſechsundzwanzigſten Verſammlung Evangelium zu vernichten ſucht, daß er die Leute auf die Werke des Geſetzes, ja, vielfach auf ſelbſterwählte Werke führt und ſie ſo um ihre Seligkeit betrügt. Sie ſind zum großen Teil hierin noch ſeine Ge⸗ ſinnungsgenoſſen, ſie trauen und bauen auch auf ihre Werke, auf ihre Tugenden, und wollen vom Evangelium nichts wiſſen. Es gehören erleuchtete Augen des Verſtändniſſes dazu, daß man die Bosheit des Papſtes recht erkennt, ſeinen Hauptgreuel, daß er Chriſtum und ſein Evangelium gar ausrottet und den Menſchen allen Troſt nimmt, Augen, die durch das Evangelium erleuchtet ſind. Und da Gott der lutheriſchen Kirche in Gnaden das volle Erbe der Refor⸗ mation geſchenkt hat, da ſie durch ſeine Gnade wie keine andere Kirche das Evangelium klar erkennt, hat und beſitzt, ſo iſt auch ganz folgerichtig gerade in ihr die rechte Erkenntnis des Papſttums und ſeiner Haupt⸗ greuel zu finden. Wie beurteilen wir den Papſt? Worin beſteht ſein Hauptgreuel? In ſeiner letzten und wohl ſchärfſten Schrift gegen den Papſt: „Wider das Papſttum zu Rom, vom Teufel geſtiftet“, vom Jahr 1545 ſchreibt Luther alſo: „Dies iſt allererſt die allerärgſte Grund⸗ ſuppe aller Teufel in der Hölle, daß er ſolche Gewalt“ (daß er ſich nämlich zum Statthalter Chriſti, zum Haupt der ganzen Chriſtenheit, aufgeworfen hat, dem alle Chriſten untertan ſein müſſen) „dahin ſtreckt, daß er Macht haben will, Geſetze und Artikel des Glaubens zu ſtellen, die Schrift (welche er nie gelernt, nicht kann, auch nicht wiſſen will) nach ſeinem tollen Sinn zu deuten; will alle Welt zwingen zu glauben ſeiner Lehre, und lehrt doch nichts denn lauter Abgötterei, wie wir hernach hören werden, und zerſtört alles, was der Sohn Gottes, unſer HErr, uns mit ſeinem Blut erworben hat; nimmt weg den Glauben, chriſtliche Freiheit und rechten guten Werke; und das heißt er in ſeinen teufliſchen, ſpitzbübiſchen Dekreten wohlgetan und Gehorſam der Kirche und brüllt daher als beſeſſen und voller Teufel, daß, wer ihm und ſeiner römiſchen Kirche nicht gehorſam iſt, der könne nicht ſelig werden; wer gehorſam iſt, wird ſelig. Und iſt alles darum zu tun, daß ihm alle Welt gehorſam und untertan ſei; nach Gottes und Chriſti Ge⸗ horſam fragt er nichts, fällt ihm kein Gedanke davon ein.“ (XVII, 1052.) Unſere Kirche hat je und je gelehrt und bekannt, daß in dem Papſttum jene alte Weisſagung des Apoſtels Paulus ſich erfüllt, da er 2 Theſſ. 2, 3 ff. davon redet, daß vor dem Ende noch der Abfall kommen, und offenbar werden müſſe „der Menſch der Sünde und das Kind des Verderbens, der da iſt ein Widerwärtiger und ſich überhebt über alles, das Gott oder Gottesdienſt heißt, alſo daß er ſich ſetzt in den Tempel Gottes als ein Gott und gibt ſich vor, er ſei Gott“. So lehrt und bekennt unſere Kirche in den Schmalkaldiſchen Artikeln: „Da ſtehen alle ſeine Bullen und Bücher, darin er brüllt wie ein Löwe (als der Engel Apok. 12, 1 f. bildet), daß kein Chriſt könne ſelig werden, er ſei denn ihm gehorſam und untertan in allen Dingen, was er will, was er ſagt, was er tut. Welches alles nichts anders iſt, denn alſo viel