# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S37 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1916. 37 der ſinnenberauſchende Schmuck ihrer Gottesdienſte, der äußere Pomp, den ihre Geiſtlichkeit entfaltet bei allerlei kirchlichen Feſten und Ver⸗ anſtaltungen, ihre Kirchenfürſten, die ſich dem Präſidenten unſers Landes an Würde gleichſtellen, die ſich mit „Ihre Gnaden“ und „Ihre Eminenz“ uſw. anreden laſſen, ihr Reichtum, die Pracht, die ſie entfaltet, und daß ſie alles dem Anſchein nach in den Dienſt Gottes und ihres Nächſten ſtellt. Es iſt wahr, die Welt bewundert auch in unſerer Zeit noch das Papſttum und ſeine ganze Kleriſei und die Kirche, die ihm anhängt, und verachtet die wahre Kirche Chriſti, die allein ihrem König dient in rechtſchaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit, zu der er ſie ſich erworben und gewonnen hat als ſein teuererkauftes Eigentum. Es iſt freilich wahr, nicht alle, die zur Welt gehören, ſtehen ſo dem Papſt gegenüber. Es gibt viele in unſerm Lande, auch ſolche, die keine wahren Chriſten ſind, die keineswegs das Papſttum bewundern, ſondern die mit allem Ernſt vor ihm warnen, die es bekämpfen, und zwar, ſoweit ihre Erkenntnis geht, es auch ernſtlich bekämpfen. Wir kennen auch dieſe Leute. Ich weiſe nur hin auf ſolche Blätter wie die Menace, American Citizen, Protestant Magazine und manche andere, auf ſolche Geſellſchaften und Vereinigungen wie die “Guardians of Liberty” und die “Knights of Luther,” die ſich gerade zu dem Zweck zuſammengetan haben, um das Papſttum zu bekämpfen und ihre Mitmenſchen vor den Gefahren desſelben zu warnen und ihnen die Augen zu öffnen. Was iſt es aber, was dieſe Leute an dem Papſttum auszuſetzen haben? Es ſind die Schäden und Gefahren des Papſttums, die man auch aus der Ver⸗ nunft und Erfahrung, aus der Geſchichte erkennen kann. Sie erkennen vor allen Dingen die ſtaatsgefährlichen Tendenzen des Papſtes, die übergriffe der römiſchen Hierarchie in das Gebiet des Staates, die Gefahren, die von dieſer Seite der religiöſen und bürgerlichen Freiheit unſerm Lande drohen, die ſchweren ſittlichen Mißſtände und vielfachen Greuel, die ſich aus der Eheloſigkeit der Prieſter, der Mönche und Nonnen ergeben müſſen, die vielen Skandale, die das ganze Kloſterleben mit ſich bringt uſw. Man weiſt darauf hin, welch eine überaus gefähr⸗ liche Macht, welch weitgehender verderblicher Einfluß durch die Ohren⸗ beichte dem Prieſter über das Leben ſeines Beichtkindes, auch über ſein Familienleben, gegeben wird. Man weiſt wohl hin auf die Gefahren, die das Anhäufen eines gewaltigen Reichtums, beſonders an Grund⸗ beſitz, in den Händen einiger weniger Kirchenfürſten mit ſich bringt, die damit walten und ſchalten können nach ihrem Belieben, und daß dieſer Reichtum den Zwecken der Beſteuerung entnommen wird. Man erkennt wohl das Törichte ſo mancher römiſcher Lehren und Einrichtungen, das Törichte ihres Ablaßweſens, dieſes größten Schwindels, mit dem je die Welt genarrt worden iſt, ihres Marien⸗ und Heiligendienſtes u. dgl. Aber ſo wertvoll dieſe Erkenntnis auch in mancher Hinſicht iſt, ſo müſſen wir doch ſagen, den eigentlichen, den geiſtlichen Greuel des Papſttums erkennen dieſe Leute nicht. Das kümmert ſie wenig, daß der Papſt das