# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S35 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1916. 35 Gottloſen weggenommen, und ſie dem Weg ihrer Lüſte hingegeben ſeien. Darum ſind es ſolche Buben geweſen, wie jetzund der Papſt mit ſeinen Kardinälen und Biſchöfen iſt, die nicht allein gnädige Herren und Fürſten genannt werden und die Reiche innehaben, ſondern ſie unterſtehen ſich auch des Namens der Kirche, daß ſie uns für Ketzer halten und ſicher verdammen mögen. Tyrannen, Gottloſe, Kirchen⸗ räuber laſſen ſie ſich nicht nennen, ſondern wollen die allergnädigſten, heiligſten, ehrwürdigſten Herren genannt ſein . . .; denn gleichwie die Welt den Papſt nicht nennt den Antichriſt, ſondern gibt ihm den Namen des Allerheiligſten und bewundert ihn, als der mit ſeinen fleiſch⸗ lichen Kreaturen ganz voll Heiliges Geiſtes ſei und nicht irren könne, darum ſie ihn auch demütiglich anbetet, er heiße und gebiete, was er will: alſo haben dieſe Rieſen auch einen berühmten Namen gehabt, und hat ſich ihrer ſonderlich verwundert die ganze Welt. Aber Noah iſt dagegen mit den Seinen verdammt als ein Aufrührer, Ketzer und Ver⸗ leumder weltlicher und geiſtlicher Majeſtät, wie zu unſerer Zeit wir, die das Evangelium lehren, vom Papſt und ſeinen Biſchöfen gehalten werden.“ (I, 479.) Die Welt bewundert das Papſttum, hält es des Heiligen Geiſtes voll, nennt den Papſt den Allerheiligſten, ſo urteilt Luther, und ſein Urteil trifft heute noch zu. Die Welt, die großen Maſſen des Volks, wenn ſie einmal in nähere Berührung mit dem Papſttum tritt, beſonders auch die vornehme, ehrbare Welt, die Welt, die in der Welt etwas gelten will und auch gilt, dieſe Leute bewundern vielfach das Papſttum und die römiſche Kirche. Sie ſehen ſie als etwas ſehr Wertvolles, als etwas Heiliges an. Der Papſt hat es allezeit verſtanden und verſteht es heute noch meiſterlich, ſich einen ſchönen, chriſtlichen Schein zu geben. „Tyrannen, Gottloſe, Kirchenräuber laſſen ſie ſich nicht nennen“, obwohl ſie es in Wahrheit ſind, ſondern die „aller⸗ gnädigſten, heiligſten und ehrwürdigſten Herren“. Es gefällt dem Papſt, es gehört mit zu der Macht ſeiner Verführung, daß er ſich mit einem großen Schein der Chriſtlichkeit, ja beſonderer Frömmigkeit und Heilig⸗ keit umgibt. Das iſt das Schafskleid, in das dieſer reißende Wolf ſich einhüllt. Die römiſche Kirche rühmt ſich, die Kirche zu ſein, die einzig wahre Kirche, von Chriſto geſtiftet, die allein ſelig macht, außer der kein Heil iſt und ſein kann. Sie rühmt ſich, daß ſie allein feſthalte an Gottes Wort, an der rechten Lehre, und ſtets daran feſtgehalten habe, von der Apoſtel Zeiten an bis hierher. Sie rühmt ſich des einzigen Weges zur Seligkeit, als die alleinige Trägerin der göttlichen Wahrheit. Sie rühmt ſich als das feſteſte und allein ſichere Bollwerk gegen die hereinbrechenden Fluten des modernen Unglaubens, als den einzigen Fels, auf dem man noch Fuß faſſen könne in den brandenden Wogen dieſer Fluten, die alles andere verſchlingen. Da nimmt die römiſche Kirche den Mund ſehr voll. Und das imponiert den Maſſen des Volks, das imponiert auch vielen, die ſich Chriſten nennen, beſonders in den Sektenkirchen. In dieſen Kreiſen nennt man die römiſche Kirche gern