# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S34 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 34 Verhandlungen der ſechsundzwanzigſten Verſammlung wegen, weil er dadurch uns inſonderheit zu dieſem Kampf fähig und tüchtig gemacht hat. Nur derjenige, der das Evangelium erkennt und hat, iſt im eigentlichen Sinn zum Kampf gegen Rom tüchtig. Je mehr in einer Kirche das Evangelium durch Menſchenlehre und Menſchenſatzung getrübt iſt, um ſo weniger iſt ſie geſchickt und tüchtig, den ernſten und wichtigen Kampf gegen die Mächte der Finſternis, gegen den Teufel und ſeinen Hauptbundesgenoſſen, den Papſt, in rechter Weiſe zu führen. Warum? Weil nur die, welche das Evangelium rein haben, das Papſttum in ſeinem tiefſten Grunde recht erkennen, das eigentliche Geheimnis ſeiner Bosheit recht durchſchauen, und ſodann, weil nur ſie die rechte Waffe haben gegen dieſes mächtige finſtere Reich. Wir ſagen zunächſt: Nur diejenigen, die das Evan⸗ gelium erkennen, ſind auch imſtande, das Papſttum recht zu beurteilen, ſie allein erkennen die ganze Tiefe der Bosheit und Gottloſigkeit, wie ſie im Papſttum verborgen liegt. Luther ſagt einmal: „Mit fleiſch⸗ lichen Augen läßt ſich das Papſttum nicht anſehen noch richten, daß es böſe ſei; die aber den Heiligen Geiſt haben und über Gottes Wort halten, die können es richten.“ (I, 670.) In ſeiner Streitſchrift „Das Papſttum zu Rom, vom Teufel geſtiftet“, ſchreibt er: „Kein Menſch kann's glauben, welch ein Greuel das Papſttum iſt; ein Chriſt, der muß auch nicht geringes Geiſtes ſein, der es ſoll erkennen.“ Was Luther hier ſagt, iſt volle Wahrheit. Es iſt ja wahr, auch Menſchen, die vom Evangelium nichts wiſſen, können nach ihrer Vernunft und Erfahrung gar manche böſe Stücke des Papſttums erkennen, gar manche Greuel, und ſie als böſe beurteilen, ſo z. B. die ſittlichen Gefahren und ſchweren Schäden, welche die Eheloſigkeit der Prieſter mit ſich bringt, die Ge⸗ fahren der Ohrenbeichte, ihr maßloſes Zuſammenraffen von Geld und Gut, ihre Anmaßungen dem Staat, der bürgerlichen Obrigkeit gegen⸗ über; aber das ſind nicht die eigentlichen Greuel, die ſchwerſten Ge⸗ fahren — die liegen auf geiſtlichem Gebiet, ſie betreffen das Evan⸗ gelium unſerer Seelen Seligkeit. Dieſe „Gottloſigkeit und der Greuel derſelben iſt ſo groß, daß niemand ihn mit Worten ausreden kann, und dieſer Greuel kann nur mit geiſtlichen Augen geſehen werden“. (Luther. IX, 269.) Und geiſtliche Augen hat nur der, deſſen Augen erleuchtet ſind durch das Evangelium von Chriſto, für uns gekreuzigt und auferſtanden. Daß vom Evangelium erleuchtete Augen dazu gehören, die Greuel des Papſtes recht zu erkennen, das lehrt uns auch die Erfahrung, das können wir täglich ſehen und erfahren, wenn wir darauf achten, wie die Menſchen dieſe Erſcheinung, das Papſttum, betrachten und beurteilen. Luther ſchreibt einmal in ſeinen Vorleſungen über die Geneſis (zu 1 Moſ. 6, 4: „Es waren auch zu den Zeiten Tyrannen auf Erden“) alſo: „Moſes hat ſchon zuvor geſagt, daß der Heilige Geiſt von den