# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S33 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1916. 33 ihn bewogen hat, uns ſein Wort zu erhalten bis auf dieſen Tag. Wenn wir das recht bedenken, die Größe des Schatzes, den Gott uns geſchenkt hat, deſſen wir uns heute noch erfreuen, und auf der andern Seite die Größe unſerer Sünde und Gleichgültigkeit gegen dieſen Schatz; wenn wir bedenken, daß Gott uns dennoch in Gnaden dieſen Schatz bewahrt hat, da er ihn vielen andern Völkern und Ländern entzog um ihres Undanks willen: ſo müſſen wir wahrlich bekennen, daß wir dem HErrn Dank ſchuldig ſind, daß wir ihm nicht genug danken können um ſeine Güte und um ſeine Wunder, die er uns vor ſo vielen andern Menſchen erzeigt. Und wie will Gott, daß wir ihm danken ſollen? Eben dadurch, daß wir ſeine Güter hinnehmen und bewahren, daß wir ſie vom Teufel und der Welt und unſerm eigenen Fleiſch uns nicht wieder rauben laſſen, daß wir ſie nicht wegwerfen. Das iſt der Dank, den Gott vor allen Dingen von uns haben will, daß wir halten, was wir haben, was er uns in Gnaden geſchenkt und bisher erhalten hat. Gerade der Gemeinde in Philadelphia, jener Gemeinde, der Gott das herrliche Zeugnis geben konnte: „Ich weiß deine Werke. Siehe, ich habe vor dir gegeben eine offene Tür, und niemand kann ſie zuſchließen; denn du haſt eine kleine Kraft und haſt meinen Namen nicht verleugnet“, gerade dieſer Gemeinde ruft er zu: „Halte, was du haſt, daß niemand deine Krone nehme!“ Wollen wir das reine Evangelium behalten, ſo gilt es alſo, daß wir vor allen Dingen auch kämpfen gegen das Papſttum, das es uns wieder rauben, es gilt unermüdliche Wachſamkeit gegen dieſe Macht, dadurch der Teufel unſere Krone uns nehmen will. Wir ſind vor allen andern Menſchen Gott zu Dank verpflichtet, ſo ſoll unſere Dankbarkeit uns auch antreiben, in dieſem Kampf in den erſten Reihen zu ſtehen. Bedenken wir ferner, daß Gott uns auch durch ſeine Güter eine große Verantwortung auferlegt hat. Gott hat unſerer Kirche vor allen andern ſein Evangelium rein und lauter gegeben und bisher erhalten. Er hat unſere Kirche reich gemacht an aller Lehre und Er⸗ kenntnis. Aber unſer Heiland ſagt: „Welchem viel gegeben iſt, bei dem wird man viel ſuchen, und welchem viel befohlen iſt, von dem wird man viel fordern.“ (Luk. 12, 48.) Der HErr hat unſerer Kirche viel anvertraut, hat ihr viel gegeben, den großen Schatz des Evangeliums. Und ſo wird er auch viel von ihr fordern, daß ſie auch dafür kämpfe, dafür ſorge, daß dieſes Gut, das reine Wort Gottes, auch bewahrt und erhalten werde. Je reicher Gott unſere Kirche mit dem reinen Wort geſegnet, je mehr Güter er ihr damit anvertraut hat, um ſo größere Verantwortung hat er dadurch ihr aufgelegt, um ſo mehr hat er ſie berufen, treu zu ſein in dem Kampf, der uns verordnet iſt, treu zu ſein auch gerade im Kampf gegen das römiſche Papſttum, dieſen größten irdiſchen Feind des Evangeliums. Gott hat uns ſein reines Wort geſchenkt, dieſes köſtlichſte Gut der Reformation, und dadurch hat er inſonderheit uns berufen zum Kampf um dieſe Güter. Und zwar ganz beſonders auch des⸗