# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S32 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 32 Verhandlungen der ſechsundzwanzigſten Verſammlung Gemeinden etwa vollkommen; wir wiſſen wohl, daß in Lehre und Leben unſerer Gemeinden es noch ſo vieles gibt, was wir beklagen, woran der HErr keinen Gefallen hat und haben kann, was wir zu beſſern ſuchen; aber das dürfen wir doch ſagen, daß in unſern Gemeinden Gottes Wort noch eine Macht iſt, daß man ſich fürchtet vor Gottes Wort, daß die Gemeinden ſich noch von Gottes Wort und damit von Gottes Geiſt leiten und regieren laſſen. So dürfen wir ſagen: Gott ſei Dank, wir haben noch das volle, reiche Erbe der Reformation, das reine, lautere Evangelium in Lehre und Praxis! Und gerade daraus folgt nun, daß unſere Kirche hierzulande ganz inſonderheit dazu berufen iſt, einen ernſtlichen, unermüdlichen Kampf gegen das Papſttum zu führen, das dieſe unausſprechlichen Güter der Kirche wieder rauben will. Schon die Dank⸗ barkeit gegen Gott verpflichtet uns dazu. Daß wir dieſe Güter, an denen für uns Menſchen Leben und Seligkeit hängt, bekommen haben, daß wir ſie heute noch beſitzen, das verdanken wir doch allein unſerm Gott. Er hat ſie uns geſchenkt, er hat ſie uns erhalten bis auf dieſen Tag. Wenn es auf uns angekommen wäre, auf unſere Kraft und Willigkeit, das Evangelium zu behalten, wir hätten es längſt verloren, es längſt dahingegeben für falſche Lehre oder völligen Unglauben. Das wiſſen wir alle. Und was hat Gott bewogen, uns dieſe herrlichen und uns ſo nötigen Güter zu bewahren? Etwa unſer Verdienſt und Würdigkeit? Wir wiſſen, es war allein ſeine väterliche, göttliche Güte und Barmherzigkeit. Verdient haben wir, daß uns Gott ſein Wort längſt hätte wieder nehmen ſollen. Wie manchmal haben auch wir ſein Wort, das doch der höchſte Schatz iſt, köſtlicher denn Gold und viel feines Gold, wie manchmal haben wir es geringgeachtet! Wie manch⸗ mal wollte uns ekeln dieſer loſen Speiſe, und ſehnſüchtig ſchauten wir nach der Weisheit dieſer Welt, die oft ſo herrlich geſchmückt dahergeht, und wir fingen an, uns zu ſchämen, dieſer göttlichen Weisheit, die der hohen, wiſſenſchaftlichen Welt als Narrheit gilt und doch alle Weisheit dieſer Welt zur Narrheit macht. Wie manchmal iſt auch unter uns der Wunſch aufgeſtiegen, um eines falſchen Friedens, um einer ſogenannten Liebe willen dieſes oder jenes Stück der himmliſchen Wahrheit fahren zu laſſen! Und vor allen Dingen, wie wenig haben wir manchmal dieſes Wort in unſer Leben kommen laſſen, haben in ſeinen Ver⸗ heißungen, die feſter ſtehen als Berge und Felſen, den einzigen, aber auch ſicheren Troſt und Halt gefunden in der Not unſerer Sünden! Wie wenig ſind wir manchmal ſeinen Mahnungen und Weiſungen gefolgt, ſondern haben wohl im geheimen dagegen gemurrt! Es braucht uns nicht lange nachgewieſen zu werden, daß, wenn Gott hätte mit uns handeln wollen nach unſerm Verdienſt, er uns ſein Wort hätte längſt wieder nehmen müſſen. Es iſt ſein ewiges Erbarmen, das alles Denken überſteigt, es iſt ſeine unausdenkliche Liebe, ſeine Gnade in Chriſto, die