# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S31 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1916. 31 hat unſere Väter zur ſeligmachenden Erkenntnis ſeines Evangeliums geführt, er hat ihnen die Freudigkeit geſchenkt, ſein Wort zu verkündigen, es unter mancherlei Schwierigkeiten, unter vielfachem Spott und Hohn auch der falſchen Kirchen zu bekennen. Er hat ihr treues Zeugnis über Bitten und Verſtehen geſegnet, hat durch die Predigt des Evangeliums ſeine Kirche hier gebaut und zu ungeahnter Blüte gebracht. Wir glauben, lehren und bekennen, daß die Heilige Schrift iſt Gottes Wort, die einzige Quelle, und die einzige, unfehlbare Richtſchnur und Regel unſers Glau⸗ bens und Lebens, die Leuchte unſerer Füße und das Licht auf unſerm Wege, in ſich ſelbſt klar und vollkommen zu ihrem Zweck, die nicht erſt eines menſchlichen Auslegers bedarf, ſondern die Albernen weiſe macht. Wir glauben, lehren und bekennen, daß wir Menſchen alle von Natur in Sünden verloren ſind und uns ſelbſt nicht helfen können, aber daß Gott ſich unſer erbarmt und ſeinen Sohn uns zum Heiland geſandt, der uns durch Leben, Leiden und Sterben erlöſt, uns mit ſeinem himm⸗ liſchen Vater verſöhnt und der ganzen verlornen Sünderwelt Vergebung aller ihrer Sünden, Leben und Seligkeit erworben hat. Wer dieſe Güter, die im Worte Gottes uns angeboten werden, hinnimmt, wer an Chriſtum glaubt, auf ihn ſein Vertrauen ſetzt, der hat ſie frei und um⸗ ſonſt, der iſt Gottes liebes Kind, ein Erbe der Seligkeit. Wir glauben, lehren und bekennen, daß dieſer Glaube, der Chriſtum und ſein Verdienſt ergreift, nicht unſer Werk und Tun iſt, weder ganz noch zu irgendeinem Teile, ſondern allein Gottes des Heiligen Geiſtes Werk, der in uns wirkt beides das Wollen und das Vollbringen nach ſeinem Wohlgefallen, der trotz unſers Widerſtrebens in uns durch das Evangelium den Glauben wirkt, uns in demſelben erhält bis ans Ende und uns alſo ſelig macht. Wir geben in dieſem Werk Gott allein die Ehre, wir wiſſen hier nichts und wollen nichts wiſſen von unſerm Werk und Tun. Wir glauben, lehren und bekennen nach Gottes Wort, daß ein jeder Chriſt im Glauben, im Vertrauen auf die ewig feſtſtehenden Verheißungen des Evangeliums, der Vergebung ſeiner Sünden, ſeines Gnadenſtandes bei Gott und ſeiner Seligkeit ganz gewiß ſein darf und ſoll trotz Teufel, Welt und aller Sünd'. Wir geben dem Sünder, jedem bußfertigen Sünder, aus Gottes Wort vollen, ganzen Troſt und damit Kraft, Mut, Luſt und Freudigkeit zum Kampf gegen die Sünde, die Anfechtungen des Satans und der Welt, Kraft und Mut, Luſt und Freudigkeit zu einem neuen Leben nach dem Willen unſers Gottes und Heilandes. Das iſt der Glaube und das Bekenntnis der treulutheriſchen Kirche, das iſt das eigentliche Erbe der Reformation, aus dem alle andern Wohltaten fließen. Und dieſes Evangelium iſt bei uns — wiederum ſagen wir es getroſt mit innigem Dank gegen den treuen Gott, dem wir dies alles allein verdanken — nicht etwa nur ein totes Bekenntnis, eine Lehre, die auf dem Papier ſteht, und die wir gegebenenfalls in Parade vorführen, ſondern dieſes Evangelium geht bei uns noch im Schwange, es hat in unſern Gemeinden noch die Herrſchaft. Es ſei fern von uns, zu behaupten, als ſeien unſere