# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S29 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1916. 29 Wir haben bisher unſere Aufmerkſamkeit auf den Feind gerichtet, den wir zu bekämpfen haben. Wir haben geſehen, ein wie gefährlicher Feind es iſt, der uns unſere Krone rauben will, der gefährlichſte und bitterſte irdiſche Feind der wahren Kirche JEſu Chriſti. Wir wenden nun unſern Blick auf die andere Seite und fragen uns, wen Gott inſonderheit dazu berufen hat, dieſen Feind zu bekämpfen. Und da ſagen wir: Das iſt die treulutheriſche Kirche unſers Landes. Sie hat ohne Zweifel einen ganz beſondern Beruf, gegen dieſen böſen Feind unabläſſig wachſam und tätig zu ſein. Und warum dürfen und müſſen wir das ſagen? Darum, weil Gott unſerer Kirche die Segnungen der Reformation in vollem Maße, in vollen Strömen, geſchenkt und ſie ihr bis auf dieſen Tag in Gnaden erhalten und ſie ſo zu dieſem Kampf recht tüchtig gemacht hat. Gewiß, die Segnungen der Reformation ſind nicht auf unſere Kirche beſchränkt, als ob ſonſt niemand daran teilhätte. Dies große Gottes⸗ werk, das größte ohne Zweifel in der Geſchichte der Menſchheit ſeit jener Zeit, da der Sohn Gottes auf dieſe Erde kam und unſer Fleiſch annahm, um die gefallene Menſchheit zu erlöſen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels, und dann ſeine Apoſtel aus⸗ ſandte in alle Welt, dieſe frohe Kunde allen Menſchen zu bringen und dadurch die Völker zu ſeinen Jüngern zu machen: dieſe Gottestat der Reformation durch Luther hat einen tiefgehenden Einfluß auf die ganze Geſchichte der Völker gehabt und übt ihn fort und fort aus. Nicht nur auf geiſtlichem, ſondern auch auf weltlichem, bürgerlichem Gebiet machen ſich ihre Segnungen geltend. Alles, was wahrhaft gut und nützlich iſt, was in Wahrheit bleibenden Wert hat an unſerer ſo hoch geprieſenen modernen Kultur und Ziviliſation, iſt in der einen oder der andern Weiſe eine Frucht der Reformation. Ihr haben wir zum großen Teil die bürgerliche Freiheit der Kulturvölker auf politiſchem Gebiet zu verdanken, die gewaltigen Fortſchritte in allen Zweigen menſchlichen Wiſſens und Könnens, auf dem Gebiete der Literatur und Geſchichte uſw. Millionen und aber Millionen von Menſchen genießen dieſe Wohltaten Tag für Tag, ohne je Gott dafür zu danken, ja, ohne es auch nur zu ahnen, daß dieſe Wohltaten Früchte der Reformation ſind. Selbſt auch die genießen dieſe Früchte, welche dieſes herrliche Gotteswerk haſſen und es in Wort, Schrift und Werk angreifen und verfolgen, welche die Refor⸗ mation hinſtellen als ein großes Unglück, das die Menſchheit befallen hat. Das iſt alles wahr; aber die vollen Segnungen der Reformation genießen dieſe Leute nicht, ſie hat Gott der treulutheriſchen Kirche unſers Landes geſchenkt. Die größten, die eigentlichen Segnungen der Reformation liegen ja bekanntlich nicht auf weltlichem, bürgerlichem, ſondern auf geiſtlichem Gebiet. Es ſind die Segnungen, die Gott durch dieſes Werk ſeiner Kirche auf Erden geſchenkt hat. Auch die Segnungen der Reformation auf dieſem Gebiet ſind keineswegs allein auf unſere