# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1858_S370 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 370 Lutherisch⸗theologische Pfarrers⸗Bibliothek. ungerechnet, in sehr compressem Drucke; wozu noch 85 Seiten für Biographien kommen) Ein vollständiges Wörterbuch der deutschen Sprache, das in keiner Pfarrers⸗Bibliothek fehlen sollte, ist folgendes: „Kurzgefaßtes stamm⸗ und sinnverwandtschaftliches Gesammt⸗Wörterbuch der deutschen Sprache aus allen ihren Mundarten und mit allen Fremdwörtern von Jakob Heinrich Kaltschmidt, Professor. Leipzig bei Tauchnitz. 1834.“ 4°. Es ist dies, wie der weitere Titel besagt, „ein Hausschatz der Muttersprache für alle Stände des deutschen Volkes, worin außer allen einfachen und zusammengesetzten Wörtern der hochdeutschen Schriftsprache, auch alle derselben fehlenden Wörter der norddeutschen d. h. der westphälischen, bremischen, hamburgischen, holsteinischen, ditmarsischen, mecklenburgischen, pommer'schen, lief⸗ und esthländischen, und die Wörter der süddeutschen d. h. der baierischen, schwäbischen, schweizerischen und österreichischen Mundarten in schriftgerechter Schreibart verzeichnet und erklärt sind.“ Allerdings hat man in diesem Lexikon keine Definitionen, keine etymologischen, syntaktischen, stylistischen u. s. w. Untersuchungen und Zusammenstellungen zu suchen, nichts destoweniger aber ist dasselbe ein im hohen Grade nutzbares Werk. Es enthält nicht nur den ganzen ungeheuren Schatz der deutschen Wörter in allen Dialekten deutscher Zunge und alle gebrauchten Fremdwörter, sondern auch die kürzeste und sicherste Art der Erklärung derselben, indem dem unbekannten oder unverständlichen Worte mehrere verständliche und bekannte, und bei einem verschieden angewandten Worte möglichst viele sinnverwandte d. h. gleich⸗ oder ähnlich⸗bedeutende Wörter (Synonymen) beigesetzt sind, damit jeder, der ein Wort nicht versteht, unter den daneben stehenden sinnverwandten ein ihm bekannteres oder verständlicheres Wort finden und hierdurch jenes verstehen könne. Die stammverwandten stehen unter den erklärenden Wörtern voran und noch vor ihnen bei Stammwörtern die alte süddeutsche Schreibart, wie man vor tausend Jahren geschrieben hat (mit gothischer Schrift). Einige Beispiele mögen die Sache deutlich machen: der Schlag (slag) plural Schläge, das Schlagen, der Stoß, das Klopfen, der Hieb, Streich; das Geschlecht, die Gattung, Art; die Schlingung, Umlegung eines Seiles; das Umlenken; die Geschicklichkeit, Fertigkeit, der Handgriff; das Schlottern, das Lurken; der Anfall, Schlagfluß, Apoplexie, Lähmung; das Unglück; die Niederlage; der Schlagbaum, die Fallthüre, die Kutschenthüre; der Hau, eine Forst⸗ und Deichabtheilung; die Mühlsteinrinne; der Hieb eines wilden Schweines; der Tact; ein Längen⸗ und Flächenmaaß; eine Reihe *) Daß einem Pfarrer außer dem angezeigten Walch'schen Werke ein neueres sogenanntes Conversations⸗Lexikon kaum entbehrlich ist oder doch in vieler Beziehung vortreffliche Dienste leisten kann, bedarf wohl keiner Erwähnung. Nach unserer Erfahrung verdient die Brockhausische Real⸗Encyclopädie, trotz der elenden Behandlung gerade der theologischen Artikel, vor allen anderen den Vorzug.