# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S28 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 28 Verhandlungen der ſechsundzwanzigſten Verſammlung Dieſes Heidentum äußert ſich gerade in Verbindung mit dem Grundirrtum der Werkerei in Roms Sakramentalismus. Die rein natürlichen menſchlichen Dinge verachtet es auf der einen Seite, auf der andern vergottet es ſie in myſtiſcher Weiſe und treibt mit ihnen eine Art Fetiſchdienſt. Rom verachtet in ſeiner Amtslehre das allgemeine Prieſtertum des einfältigen Chriſten, durch das er im Beſitz alles deſſen iſt, was Chriſtus erworben hat, und wodurch er Recht und Anſpruch hat, mit andern Chriſten zuſammen in jeder Geſtalt für die Predigt des Evangeliums zu ſorgen. Statt deſſen redet Rom von einem geweihten Prieſtertum, das durch ſeinen „character indelebilis“ mehr ſei und mehr könne als einfältige Chriſten. Rom verachtet im Gottesdienſt die Tätigkeit des einfachen Chriſten, daß er durch ſeine perſönliche tätige Teilnahme ſeinen Glauben bekennt und mit Gott in Verkehr tritt. Statt deſſen muß ein geweihtes Prieſter⸗ tum ihm den Gottesdienſt vormachen. In der Sakramentslehre verachtet Rom die natürlichen Elemente, in die Gott ſein Wort gefaßt hat. Statt deſſen läßt es die Elemente durch ein geweihtes Prieſtertum in etwas Höheres verwandeln. Im Volksleben verachtet Rom das Werk des Berufes der einfachen Chriſten, mit dem ſie nach Gottes Willen im Kreiſe der zehn Gebote leben. Statt deſſen ſetzt es die höhere Heiligkeit der ſelbſterwählten Werke der Heiligen — und ſo fort. So zeigt ſich bei Rom durchweg myſtiſcher Sakramentalismus. Und der gerade iſt in den zwei geſchilderten Stücken auch ein Charakteriſtikum des Heidentums, auch des gebildeten, wie die Geſchichte der Philoſophie zur Genüge ausweiſt. Daher der Reiz, den Rom auf das natürliche Herz ausübt. Dazu kommt noch, daß nach 2 Theſſ. 2, 11. 12 Rom von Gott dazu verflucht iſt, daß es nicht anders kann, als auf dem Tridentinum zu beſtehen. Es ſteht da und bleibt als eine ſtändige Verſuchung, in der die Chriſten erprobt werden ſollen. Daher darf man die Gefährlichkeit Roms nicht gering anſchlagen. II. Gott hat der treulutheriſchen Kirche unſers Landes die unaus⸗ ſprechlichen Segnungen der Reformation, das reine Evangelium von Chriſto, in vollen Strömen aus Gnaden geſchenkt und ſie ihr bis auf den heutigen Tag erhalten. Dadurch hat er unſere teure Kirche vor allen andern tüchtig gemacht und berufen zum Kampf gegen den Hauptfeind ſeines Reiches, den großen Antichriſten zu Rom. Durch das Evangelium ſind wir in den Stand geſetzt, das Geheimnis der Bosheit im römiſchen Papſttum in ſeinem tiefſten Grunde zu er⸗ kennen, und in dieſem Evangelium beſitzen wir die einzige wirklich wirkſame Waffe gegen dieſen gefährlichen Feind.