# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S27 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1916. 27 ein größeres Anſehen gehabt und eine größere Macht entfaltet als der entthronte arme Gefangene im Vatikan, der ſich Leo XIII. nennt.“ (S. 49. 50.) Und alle dieſe äußere bürgerliche, politiſche Macht, ſoviel er davon erlangen kann, gebraucht der Papſt dazu, ſein eigentliches Ziel zu erreichen, als der Statthalter Chriſti, als das geiſtliche Oberhaupt über die Gewiſſen der Chriſten zu herrſchen und damit den HErrn der Kirche vom Thron zu ſtoßen und ſein Evangelium zu vernichten und, ſoviel an ihm iſt, die Menſchen zur Hölle zu führen. Das iſt der Feind, den wir zu bekämpfen haben, von dem wir ſagen müſſen, was Luther von ſeinem eigentlichen Anſtifter ſingt: „Groß' Macht und viel Liſt ſein' grauſam' Rüſtung iſt; auf Erd' iſt nicht ſeins⸗ gleichen.“ Wollen wir die Segnungen der Reformation behalten und ſie unverſehrt unſern Kindern überliefern, das reine Evangelium, die Rechtfertigung allein aus Gnaden, um Chriſti willen, durch den Glau⸗ ben, unſere Gewiſſensfreiheit, ja ſchließlich, Leben und Seligkeit, ſo gilt es wahrlich zu erkennen, daß das Papſttum zu Rom, vom Teufel geſtiftet, der Hauptfeind iſt, der gefährlichſte Feind des Evangeliums, ſo gilt es, gegen dieſen Feind immer auf der Hut zu ſein, gegen ihn einen unermüdlichen Kampf zu führen. Nur dann werden wir halten, was wir haben. Zuſatz zu Theſe I. In den Verhandlungen, die ſich an die erſte Theſe anſchloſſen, wurde von Herrn Prof. Köhler beſonders hervorgehoben: Wenn man die Gefährlichkeit Roms recht erkennen will, ſo iſt es nötig, daß man über die Frage zur Klarheit komme, worin es eigentlich begründet ſei, daß das Papſttum ſo großen Einfluß ausübt und ſolche Gewalt über die Herzen der Leute hat. Allerdings imponiert den Leuten Roms hochentwickelte Organi⸗ ſation; allerdings gibt Roms Einmiſchung in die Politik ihm eine große Macht; aber wer dieſe Dinge für die Hauptquelle des Einfluſſes Roms anſieht und dementſprechend ſeine Kampfmittel wählt, offenbart dadurch doch nur, daß er das Papſttum gänzlich mißverſteht. Auch vielfache übertritte zu Rom darf man nicht aus der Dummheit der Leute erklären wollen oder nur auf ordinäre Motive zurückführen. Es könnte ſcheinen, daß Roms unentwegtes Fußen auf dem Tri⸗ dentinum eine Schwäche ſei, da es dadurch bei einem gewöhnlichen Weltmenſchen mit einiger Geſchichtskenntnis den Eindruck der Rück⸗ ſtändigkeit erwecke. Aber gerade in dem Tridentinum wurzelt die Stärke Roms. Durch das Tridentinum hat ſich Rom in bewußten Gegenſatz zu dem Evangelium geſtellt, die Rechtfertigung aus Gnaden allein durch den Glauben verworfen und ſich als weſentlich heidniſch dokumentiert. Darin liegt die Stärke Roms, daß es in ſeinen Grund⸗ zügen Heidentum iſt und darum in jedem Menſchen von Natur eine anklingende Saite findet.