# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S25 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1916. 25 Sehen wir auf das Gebiet der Erziehung, der höheren ſowohl als auch der niederen, welch eine rege Tätigkeit entfaltet die römiſche Kirche! Wie iſt ſie beſtrebt, nicht nur die Kinder ihrer Gemeindeglieder von Jugend auf in ihren eigenen Schulen zu unterrichten, ſondern auch, beſonders in ihre höheren Schulen, in ihre Colleges, ihre Seminare, Kinder von Proteſtanten, von Nichtkatholiken, zu bekommen, um ſo die heranwachſende Jugend unter ihren Einfluß zu bekommen. In wie manchen Fällen gelingt es ihr auch, vor allen Dingen in ihren höheren Schulen für Jungfrauen, die von Nonnen geleitet werden, die beſonders bemüht ſind, den Einfluß ihrer Kirche zu erhöhen. Nach den Angaben des “Official Catholic Directory” vom Jahre 1911 hatte die römiſche Kirche in den Vereinigten Staaten mit Ausnahme der Prieſterſeminare folgende Schulen: “Colleges for boys, 225; academies for girls, 696; parishes with schools, 4,972; children attending, 1,270,131.” Dazu kamen noch 285 Waiſenhäuſer mit 57,928 Kindern. Die Geſamtzahl der Kirchen und Kapellen betrug 13,461. Aber damit nicht genug, Rom ſucht auch immer mehr die Kontrolle über die öffentlichen Schulen zu erlangen, wieder hauptſächlich in den großen Städten. Wo es nur immer geht, ſucht man Katholiken in den Schulrat zu erwählen, und durch dieſen wieder, möglichſt viele Glieder der römiſchen Kirche als Lehrer und Lehrerinnen in den Schulen anzuſtellen. Und dieſe finden dann auch leicht Gelegenheit, die Kinder im römiſchen Sinne zu be⸗ einfluſſen. Nicht anders ſteht es auf dem Gebiet der Preſſe, die einen ſo eminenten Einfluß auf die öffentliche Meinung hat. Meiſterlich verſteht es die römiſche Kirche, ihren Ruhm, ihre Macht, ihre Bedeutung durch die großen Zeitungen und einflußreichen Magazine unſers Landes aus⸗ poſaunen zu laſſen. Dagegen wird von unſerer Preſſe möglichſt alles unterdrückt oder in den Hintergrund geſchoben, was etwa der römiſchen Kirche ſchaden könnte. Man fürchtet den Einfluß der römiſchen Prieſter, ihren Boykott, mit dem ſie oft ganz offen drohen. Ebenſo ſteht es auf politiſchem Gebiet. Rom ſucht immer mehr das politiſche Leben unſerer Nation zu beeinfluſſen trotz alles Redens von Trennung von Staat und Kirche, von Gewiſſens⸗ und religiöſer Freiheit, womit man die Bürger des Landes in Sicherheit wiegen will. Immer wieder ſucht man die politiſchen Parteien unſers Landes zu⸗ gunſten der römiſchen Kirche zu ſtimmen. Man ſucht ihnen zu impo⸗ nieren mit der wunderbaren Organiſation dieſer Kirche, mit der Macht, die ſie über die Gewiſſen ihrer Glieder und damit über ihre Stimmen ausübt. Und die leitenden Männer unſers Landes laſſen ſich auch immer wieder beeinfluſſen. Denken wir an die Meſſe am Dankſagungstag, der wiederholt der Präſident unſers Landes mit ſeinem Kabinett, mit den Gliedern unſers höchſten Gerichtshofes beigewohnt und ihr dadurch den Stempel eines offiziellen Gottesdienſtes aufgeprägt hat. Denken wir daran, daß Präſident Taft dem Papſt den Dank der amerikaniſchen