# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S24 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 24 Verhandlungen der ſechsundzwanzigſten Verſammlung Um dieſes Ziel zu erreichen, unſer ſchönes Land, das Land wahrer Religionsfreiheit, der Gewiſſenstyrannei des Papſttums zu unterwerfen, wendet Rom alle Mittel an, darin iſt die römiſche Hierarchie unermüdlich. Und ſie hat in der Erreichung dieſes Zieles ſehr beachtenswerte Fort⸗ ſchritte gemacht. Bedenken wir nur, eines welch bedeutenden Wachstums die römiſche Kirche ſich in unſerm Lande erfreut. Die Einwanderung iſt in den letzten Jahren eine weſentlich römiſche geweſen, aus den katholiſchen Ländern Südeuropas. Gewiß, ein bedeutender Prozentſatz dieſer Einwanderung geht der römiſchen Kirche verloren. Manche werden von den proteſtantiſchen Sekten gewonnen, ein noch größerer Teil fällt der völligen Kirchloſigkeit anheim; aber es bleibt genug übrig, die römiſche Kirche bedenklich zu ſtärken. Bedenken wir ferner die Wirkſamkeit und den Eifer der römiſchen Kirche in ihren ſogenannten Miſſionen unter den Proteſtanten unſers Landes; und dieſe Miſſionen ſind keineswegs ſo erfolglos, wie manche meinen. Welch eine Macht und einen Reichtum entfaltet die römiſche Kirche beſonders in den ein⸗ flußreichſten Zentren unſers Landes, in den großen Städten! Eine Gemeinde nach der andern wird gegründet, eine prachtvolle Kirche nach der andern gebaut; dazu kommen die Klöſter, Schulen, Wohltätigkeits⸗ anſtalten, Waiſenhäuſer, Hoſpitäler, Korrektionsanſtalten, alle möglichſt prächtig, groß und in die Augen fallend. Dazu die großen Verſamm⸗ lungen, die Miſſionskongreſſe, der euchariſtiſche Kongreß, jene Verherr⸗ lichung des Greuels aller Greuel im Papſttum, des Meßopfers, die Verſammlungen katholiſcher Laien, die Vereinigungen und Geſellſchaften, der Columbusritter uſw., alles mit großem Pomp, mit großer Macht⸗ entfaltung ins Leben geſetzt, alles darauf berechnet, die Macht und den Einfluß dieſer Kirche den Maſſen des Volks vor die Augen zu führen. Und es iſt der römiſchen Kirche auch gelungen, die Volksmaſſen ſtark zu beeinfluſſen. Wie ganz anders wird die römiſche Kirche jetzt von den großen Maſſen des Volks beurteilt als etwa noch vor vierzig oder fünfzig Jahren! Wenn man jetzt von der Kirche ſchlechthin redet, ſo verſteht man gewöhnlich die römiſche darunter. Wenn es gilt, einem Verunglückten geiſtlichen Beiſtand zu ſichern, da ruft man ſelbſtverſtänd⸗ lich in erſter Linie den römiſchen Prieſter, und er iſt gewöhnlich auch ſchnell zur Hand. überall tritt die römiſche Kirche uns entgegen im gewöhnlichen Leben bis hinunter zu den ſogenannten nickel shows. überall ſucht die römiſche Kirche ſich in den Vordergrund des Intereſſes zu drängen und auf die Maſſen des Volks einzuwirken. Sie tut es auch beſonders durch ihre Wohltätigkeitsanſtalten, die ſie zu einem beträchtlichen Teil von den Geldern der Proteſtanten erbaut, und durch welche ſie ſich den Schein gibt, die beſondere Wohltäterin des Landes zu ſein. Ebenſo ſteht es vielfach bei Streiks und Arbeiterſchwierigkeiten. Der römiſche Prieſter tritt als Vermittler auf, und durch die Gewalt, die er über die Gewiſſen der katholiſchen Arbeiter und Arbeitgeber ausübt, gelingt es ihm auch vielfach, Ruhe und Ordnung wiederherzu⸗ ſtellen und alſo das Anſehen der römiſchen Kirche zu erhöhen.