# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S23 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1916. 23 Darum iſt ein ſteter, unermüdlicher Kampf gegen das Papſttum zu Rom ſo nötig und wichtig, weil der Papſt nicht nur noch immer der⸗ ſelbe alte böſe Feind iſt, der er damals war, zu den Zeiten der Refor⸗ mation, ſondern ſich auch in ſeiner Bosheit gegen Chriſtum und ſein Evangelium nur noch mehr verhärtet und verſtockt hat. Aber wir haben noch einen weiteren Grund, der in der erſten Theſe alſo lautet: „Die römiſche Kirche macht gerade in unſerer Zeit und in unſerm Lande beſondere Anſtrengungen, ihre Sache zum Siege zu führen und das Evangelium und die wahre Kirche Chriſti zu unterdrücken. Es iſt ihr auch gelungen, wie in andern ſogenannten proteſtanti⸗ ſchen Ländern, ſo beſonders auch in unſerm Lande einen weitgehenden Einfluß auf allen Gebieten zu erlangen.“ Daß beides wahr iſt, daß Rom alle Anſtrengungen macht, ſeine Sache zum Siege zu führen, daß es ihr auch zum Teil gelungen iſt, daß ſie an Macht und Einfluß in dieſem Lande ſtetig und beſonders in den letzten Jahren zugenommen hat, vor allen Dingen ſeit unſerm Krieg mit Spanien, das wird keiner leugnen, der mit offenen Augen die Ge⸗ ſchichte unſers Landes verfolgt hat. Aus beiden Tatſachen macht auch die römiſche Kirche gar kein Hehl, ſondern rühmt ſich ihrer und ver⸗ kündigt den proteſtantiſchen Kirchen ihren baldigen Untergang. Das iſt das Programm der römiſchen Kirche in unſerm Lande: Amerika, be⸗ ſonders die Vereinigten Staaten, vorherrſchend katholiſch zu machen. Das war die Parole, die ſchon im Juni 1909 auf einer Konferenz ſo⸗ genannter römiſcher Miſſionare in Waſhington, D. C., ausgegeben wurde, das iſt der Schlachtruf, den man in jenen Kreiſen immer wieder hört. Wir hören ihn auf allen größeren, wichtigeren Verſammlungen von Katholiken, er klingt immer wieder durch in den Reden der Biſchöfe und anderer ſogenannten Kirchenfürſten. Immer wieder ſucht man das katholiſche Volk mit dieſem Plan bekannt zu machen. So hat z. B. Biſchof W. F. Fallon von London, Ont., bei Gelegenheit eines Miſſions⸗ kongreſſes, der in Boſton abgehalten wurde, in einer Anſprache erklärt: „Der Miſſionskongreß iſt die einfache und natürliche Folge der katholi⸗ ſchen Prinzipien, und dieſe Prinzipien erfordern eine Antwort auf die Frage: Was ſoll dieſe Tätigkeit bedeuten? Sie bedeutet, daß wir den nordamerikaniſchen Kontinent katholiſch machen wollen, daß wir JEſus Chriſtus nach Amerika bringen wollen durch die göttlichen Lehren der katholiſchen Kirche und unter das oberhirtliche Regiment des Papſtes von Rom.“ Das ſind die offen und ohne alles Hehl ausgeſprochenen Ziele der Papſtkirche, Amerika unter das oberhirtliche Regiment des Papſtes zu bringen, und das heißt nach päpſtlichen Grundſätzen, die römiſche Kirche zur ſtaatlich anerkannten Kirche in unſerm Lande zu machen, während alle andern Kirchen im beſten Falle mit mancherlei Einſchränkungen nur geduldet oder ganz unterdrückt werden. Wir wiſſen ja, wie Rom ſich in ſolchen Ländern verhält, in denen es die Mehrheit der Bürger auf ſeiner Seite hat.