# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S17 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1916. 17 der den Schmalkaldiſchen Artikeln angehängt iſt, redet Melanchthon von drei Artikeln, „daß ſie falſch, ungöttlich, tyranniſch und der chriſtlichen Lehre ganz ſchädlich ſind“, nämlich: „Der Papſt rühmt ſich zum erſten, daß er aus göttlichen Rechten der Oberſte ſei über alle andern Biſchöfe und Pfarrherren in der ganzen Chriſtenheit. Zum andern, daß er aus göttlichen Rechten habe beide Schwerter, das iſt, daß er möge Könige, ſetzen und entſetzen, weltliche Reiche ordnen uſw. Zum dritten ſagt er, daß man ſolches bei Verluſt der ewigen Seligkeit zu glauben ſchuldig ſei. Und dies ſind die Urſachen, daß der Papſt ſich nennet und rühmet, er ſei der Statthalter Chriſti auf Erden.“ (Müller, S. 328.) Wir haben bisher nachgewieſen, daß der erſte und der dritte Satz noch heute vom Papſttum gelten, daß er der Oberſte in der Kirche Gottes ſein will, der allein Macht und Recht hat zu ſagen, was ein Chriſtenmenſch glauben, und wie er leben ſoll, und daß ein Chriſt ſich alſo dem Papſt zu unter⸗ werfen hat und ihm gehorſam ſein muß um ſeiner Seelen Seligkeit willen. Es bleibt uns noch übrig, auch einen Blick zu werfen auf das zweite Stück, nämlich darauf, daß der Papſt ſich anmaßt, nicht nur in der Kirche, ſondern auch im Staate, im weltlichen Regiment, der Oberſte und Höchſte zu ſein, daß man auch da ſchließlich ſeinen Befehlen allein Folge zu leiſten hätte. Gerade was dieſes Stück anbelangt, ſo ſind gar viele auch unter den Proteſtanten ſehr blind in bezug auf das Papſttum. Während man vielleicht zugibt, daß zwar im Mittelalter, vor den Zeiten der Reformation, der Papſt in das Regiment des Staates ſich vielfach eingemiſcht, Könige und Kaiſer eingeſetzt und abgeſetzt, Untertanen vom Eid der Treue gegen ihre rechtmäßige Obrigkeit ent⸗ bunden, Rebellion und Kriege angeſtiftet habe uſw., ſo ſei doch in dieſem Stück der Papſt ein anderer geworden, beſonders ſeit er ſeiner welt⸗ lichen Herrſchaft beraubt worden ſei. Und ſelbſt wenn der Papſt auch heute ſolche Gelüſte hegen, wenn er noch nach weltlichem Regiment trachten ſollte, ſo ſei das doch ganz ungefährlich. Die Völker und Staaten ſeien ſo aufgeklärt, ſo freiheitliebend geworden, daß ſie ſich eine ſolche Anmaßung nimmermehr gefallen laſſen würden. Auch in der römiſchen Kirche werden beſonders in unſerm Lande die Stimmen laut, daß dem Papſt nichts ferner liege, als ſich in politiſche Dinge zu miſchen, in die rein weltlichen Angelegenheiten des Staates, ja, gerade die römiſche Kirche ſei eine ſtaatserhaltende Macht gegen die übergriffe der zerſtörenden Gewalten der Revolution, der Anarchie uſw., weil ſie ihren Gliedern immer wieder einſchärfe, um des Gewiſſens willen ihrer Obrigkeit untertan und gehorſam zu ſein. Kardinal Gibbons ſchreibt: „Endlich, da die Irrtumsloſigkeit der Päpſte auf Fragen des Glaubens und der Sitten beſchränkt iſt, ſo dehnt ſie ſich nicht aus auf die Natur⸗ wiſſenſchaften, wie z. B. die Aſtronomie und Geologie, außer, wo unter dem falſchen Namen der Wiſſenſchaft ein Irrtum dargeboten wird, und die Wiſſenſchaft ſich gegen die geoffenbarte Wahrheit auflehnt.“ (Wann das geſchieht oder nicht, das hat nach römiſcher Lehre allein