# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S16 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 16 Verhandlungen der ſechsundzwanzigſten Verſammlung Gottesdienſt und Vollkommenheit gerühmet und den Werken, welche Gott von einem jeden in ſeinem Beruf fordert und geordnet hat, vor⸗ gezogen. Nun darf man nicht dafür achten, daß ſolches geringe Irrtum ſind, denn ſie nehmen Chriſto ſeine Ehre und verdammen die Seelen; darum ſoll man ſie nicht ungeſtraft laſſen hingehen. Zu dieſen Irr⸗ tumen kommen nun zwei große, greuliche Sünden: die eine, daß der Papſt ſolche Irrtum mit unbilliger Wüterei und grauſamer Tyrannei mit Gewalt verteidigen und erhalten will; die andere, daß er der Kirche das Urteil nimmt und will ſolche Religionsſachen ordentlicher⸗ weiſe nicht richten laſſen; ja, er will mehr denn alle Konzilia ſein und die Macht haben, daß er alles, ſo in Konzilien beſchloſſen, möge zer⸗ reißen und aufheben, wie zuweilen die Canones ſolches unverſchämt herausſagen, und haben ſolches die Päpſte noch unverſchämter getrieben, wie viele Exempel bezeugen. 9. Quaest., 3 ſpricht der Kanon: Niemand ſoll den höchſten Stuhl richten; denn den Richter richtet weder Kaiſer noch die Prieſter, weder König noch das Volk. Alſo handelt der Papſt auf beiden Seiten wie ein Tyrann, daß er ſolche Irrtum mit Gewalt und Wüterei verteidigt und will keine Richter leiden. Und dies andere Stück tut mehr Schaden denn alle Wüterei. Denn alsbald der Kirche das rechte Urteil und Erkenntnis genommen iſt, kann nicht möglich ſein, daß man falſcher Lehre oder unrechtem Gottesdienſt könnte ſteuern, und müſſen derhalben viele Seelen verloren gehen.“ Das paßt Zug für Zug auf das heutige Papſttum und die römiſche Kirche, nur mit dem Unterſchied, daß ſie die rechte Lehre und alle, die ſie bekennen, noch mit dem Fluch belegt. Noch heute iſt der Papſt der rechte Antichriſt, der die Menſchen in entſetzlicher Gewiſſenstyrannei hält, ſie dabei um ihre Seligkeit ſchändlich betrügt und mit ſich zur Hölle führt. Noch heute gilt Luthers Urteil über das Papſttum: „Auch tut das ganze Papſttum, wo es am beſten iſt, nichts anders, denn daß es wie ein Henker martert und tötet die Gewiſſen. Zur wahren Gerechtigkeit aber weiſet und bringet es niemand, ſondern macht allein Heuchler, wie auch das Geſetz tut.“ (I, 622.) Und abermal: „Es iſt unmöglich, daß auf Erden ſollte ein ärger Regiment ſein, das mehr Seelen umbringe denn des Papſts; ich will ſchweigen des leiblichen Guts Schinderei. Darum iſt nur zu ſchreien und Gott zu bitten wider den Hauptſchalk aller Gottes⸗ feinde, bis er komme und erlöſe uns von ihm; wir haben den recht Schuldigen. Spreche Amen, wer ein Chriſt iſt!“ (XV, 1824.) „Da ſtehen alle ſeine Bullen und Bücher, darinnen er brüllet wie ein Löwe (als der Engel Offenb. 12, 1 bildet), daß kein Chriſt könne ſelig werden, er ſei denn ihm gehorſam und untertan in allen Dingen, was er will, was er ſagt, was er tut. Welches alles nichts anders iſt denn alſo viel geſagt: Wenn du gleich an Chriſtum gläubeſt und alles an ihm haſt, was zur Seligkeit nötig iſt, ſo iſt's doch nichts und alles umſonſt, wo du mich nicht für deinen Gott hältſt, mir untertan und gehorſam biſt.“ In dem Traktat „Von der Gewalt und Oberkeit des Papſtes“,