# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S15 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1916. 15 der wahren Kirche Chriſti und ſeines Evangeliums iſt, daß er ſich viel⸗ mehr in ſeiner Bosheit noch mehr verſtockt und verhärtet hat. Bis in die neueſte Zeit verwirft das Papſttum nicht nur das Evangelium und hält ſeine ſchändliche Lehre aufrecht, daß der Menſch ſeine Seligkeit ſich ſelbſt verdienen muß, ſondern es verläſtert die göttliche Wahrheit des Evangeliums aufs ſchändlichſte, nennt ſie eine zu verabſcheuende Peſt, eine Quelle aller Rebellion und Sittenloſigkeit; es belegt die treuen Bekenner des wahren Evangeliums mit ſchändlichen Schimpfnamen, nennt ſie Verführer und Gottesläſterer, Menſchen, deren Gott der Bauch iſt. Der Papſt würde auch noch heute die Bekenner Chriſti mit Feuer und Schwert verfolgen, wie er es in früheren Zeiten ſo reichlich getan hat, wenn er die Macht dazu hätte. Was unſere Väter in unſern Bekenntnisſchriften einſt dem Papſttum vorgeworfen haben, das gilt heute noch in ſeinem vollen Umfang. Nicht ein einziges Stück hat der Papſt zurückgenommen, ſondern er iſt nur noch immer frecher geworden, ſeine gottesläſterliche Lehre zu verteidigen. So leſen wir z. B. in den Schmalkaldiſchen Artikeln (Müller, S. 337): „Man ſiehet je für Augen die große Irrtume, ſo in's Papſts Reich gehen, und die Schrift ſchreiet mit aller Macht, daß ſolche Irrtum des Teufels und Antichriſt Lehre ſei. Die Abgötterei im Mißbrauch der Meſſen iſt offenbar, welche neben dem, daß ſie nichts taugen, zum ſchändlichen Genieß und Krämerei miß⸗ braucht ſind. Die Lehre von der Buße iſt vom Papſt und den Seinen ganz verfälſcht und verderbt worden. Denn ſo lehren ſie, Sünde werde vergeben um unſer eigen Werk willen, und hängen dies daran, man ſollte dennoch zweifeln, ob die Sünden vergeben ſind. Dazu lehren ſie nicht, daß um Chriſtus' willen die Sünde ohne Verdienſt vergeben, und ſolche Vergebung der Sünden durch den Glauben an Chriſtum erlangt werde. Mit ſolcher Lehre nehmen ſie Chriſto ſeine Ehre und berauben die Ge⸗ wiſſen des rechten und gewiſſen Troſts und tun ab die rechten Gottes⸗ dienſte, nämlich die übung des Glaubens, welcher mit dem Unglauben und Verzweiflung über der Verheißung des Evangelii kämpfet. Des⸗ gleichen haben ſie auch die Lehre verdunkelt von der Sünde und eigene Satzungen erdichtet, wie man alle Sünde erzählen und beichten müßte, daraus mancherlei Irrtum, auch endlich Verzweiflung gefolget iſt. Danach haben ſie eigene Genugtuung erdacht, dadurch die Wohltat und das Verdienſt Chriſti auch verfinſtert iſt. Aus dieſem iſt das Ablaß gefolget, welches lauter Lügen und allein um des Geldes willen erdacht iſt. Was iſt denn danach für Mißbrauch und greuliche Abgötterei aus dem Anrufen der Heiligen gefolget! Was für Schande und Laſter ſind kommen aus dem Verbot der Ehe! Wie iſt nur das Evangelium durch die Lehre von Gelübden ſo verdunkelt worden! Da hat man gelehrt, daß ſolche Gelübde ſind vor Gott eine Gerechtigkeit und verdienen Ver⸗ gebung der Sünden, daß alſo das Verdienſt Chriſti auf Menſchen⸗ ſatzungen gezogen und die Lehre vom Glauben ganz vertilgt iſt. Und haben ihre närriſchen und leichtfertigen Satzungen für den rechten