# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S14 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 14 Verhandlungen der ſechsundzwanzigſten Verſammlung durchdrang das ſchlimme Gift faſt alle Provinzen; Leute aus allen Ständen und Berufskreiſen erlagen der Anſteckung, und ſchon ſetzte ſich in vielen Herzen der Glaube feſt, daß in jenem Reiche die Sache der Religion aufs äußerſte gefährdet, und kaum noch ein Mittel übrig ſei, die Krankheit zu heilen.“ Auch das hat Leo XIII. im vollen Maße aufrechterhalten und immer wieder behauptet, daß der Papſt das Ober⸗ haupt der Chriſtenheit ſei. Er behauptet, daß dem römiſchen Papſte kraft ſeines Amtes die oberſte Regierungsgewalt zuſteht: „Nun iſt es aber, wie oben erklärt, nach göttlichem Recht Sache der Kirche und innerhalb derſelben des Papſtes, darüber Vorſchriften zu geben, was uns nach beiden Beziehungen hin obliegt, was wir nämlich zu glauben und was wir zu tun haben. Darum muß der Autorität des Papſtes auch das Urteil darüber unterſtellt ſein, was die göttliche Offenbarung enthält, was mit ihrem Inhalt übereinſtimmt, und was ihm widerſpricht; er muß zur Erklärung darüber berechtigt ſein, was ehrbar und unſittlich iſt, was wir tun und laſſen müſſen, um ſelig zu werden.“ (Sapientiae christianae.) Genau ſo ſteht es mit dem Nachfolger Leos, mit dem Papſt Pius X., den man häufig als einen Mann des Friedens gerühmt hat, der es auch aufrichtig mit den Proteſtanten meine. Auch er war ein bitterer Feind des Evangeliums, des Werkes Gottes der Reformation. In ſeiner bekannten Borromäus⸗Enzyklika vom 19. Mai 1910 ſchreibt er über dieſes Werk alſo: „Unter dieſen Umſtänden traten ſtolze und widerſpenſtige Menſchen auf, Feinde des Kreuzes Chriſti, Menſchen mit irdiſcher Geſinnung, deren Gott der Bauch war. Dieſe verlegten ſich natürlich nicht auf die Beſſerung der Sitten, ſondern auf die Leugnung der Dogmen; ſie vermehrten die Unordnung und ließen für ſich und andere der Zügelloſigkeit freien Lauf, oder ſie untergruben wenigſtens, mit Verachtung der maßgebenden Führerſchaft der Kirche und im Ge⸗ folge der Leidenſchaften verkommener Fürſten und Völker, mit einer gewiſſen Tyrannei Lehre, Verfaſſung und Disziplin der Kirche. Dann ahmten ſie jenen Gottloſen nach, denen die Drohung gilt: ‚Wehe euch, die ihr das Gute bös und das Böſe gut nennt‘, und nannten den rebelliſchen Wirrwarr und die Verkehrtheit des Glaubens und der Sitten Reform und ſich ſelbſt Reformatoren. In Wahrheit aber waren ſie Verführer, und indem ſie durch Streitigkeiten und Kriege die Kräfte Europas erſchöpften, haben ſie die Empörung und den Abfall der modernen Zeiten vor⸗ bereitet, in denen ſich die drei Arten von Kampf, die früher getrennt waren, und aus denen die Kirche immer ſiegreich hervorging, zu einem einzigen vereinigt haben: die blutigen Kämpfe der erſten Zeit, dann die innere Peſt der Häreſien, endlich unter dem Namen der evangeliſchen Freiheit jene Verderbtheit der Sitten und Verkehrtheit der Disziplin, zu der vielleicht das Mittelalter nicht gelangt war.“ (Lehre und Wehre 56, S. 320.) Wir ſehen alſo, daß der römiſche Papſt um nichts beſſer geworden, ſondern heute noch derſelbe bittere und gefährliche Gegner