# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S13 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1916. 13 Kirche bei der Erklärung der Lehre vom Glauben und den Sitten unter⸗ richtet haben wollte; und daß daher die Erklärungen eben dieſes römi⸗ ſchen Biſchofs an ſich ſelbſt, nicht aber durch die Beiſtimmung der Kirche, unabänderlich ſind“ (Romanum Pontificem, cum ex cathedra loquitur, id est, cum omnium Christianorum pastoris et doctoris munere fungens pro suprema sua Apostolica auctoritate doctrinam de fide vel moribus ab universa Ecclesia tenendam definit, per assistentiam divinam ipsi in beato Petro promissam, ea infallibilitate pollere, qua divinus Redemptor Ecclesiam suam in definienda doctrina de fide vel moribus instructam esse voluit; ideoque ejusmodi Romani Ponti- ficis definitiones ex sese, non autem ex consensu Ecclesiae, irrefor- mabiles esse). Ein jeder, der das nicht als göttliche Wahrheit annimmt, der anders lehrt, der wird feierlich mit dem Fluch belegt, der fällt der Verdammnis anheim nach dem Beſchluß des Antichriſten. Der Papſt zu Rom iſt der unfehlbare Lehrer der ganzen Chriſtenheit, und zwar der einzige unfehlbare Lehrer. Seinen Lehren und Ausſprüchen hat die ganze Chriſtenheit ſich zu unterwerfen, ſie als göttliche Wahrheiten anzunehmen, zu glauben und danach zu leben, und zwar ohne jede Prüfung, weil ſie eben von dem göttlich beſtätigten, unfehlbaren Lehrer der Chriſtenheit kommen. Der Papſt richtet alles und wird von niemand gerichtet, auch von der Kirche nicht. Und er allein hat das Recht, ſeine eigenen Beſchlüſſe auszulegen und ihren eigentlichen Sinn darzulegen. Er iſt das ſichtbare Oberhaupt der Kirche, der ſichtbare Stellvertreter Chriſti auf Erden, dem jedermann Gehorſam zu leiſten ſchuldig iſt bei Verluſt ſeiner Seligkeit, wie dem HErrn, unſerm hochgelobten Hei⸗ land, ſelbſt. Und auch die letzten Päpſte, die Nachfolger Pius' IX., haben ſich in demſelben Sinn ausgeſprochen, haben alle dieſe ſchändlichen An⸗ maßungen aufrechterhalten, haben ſich als ebenſolche bittere Feinde Chriſti und ſeines reinen Evangeliums erwieſen. Sehen wir zunächſt auf den unmittelbaren Nachfolger des neunten Pius, auf Leo XIII. Er hat kaum eine Gelegenheit vorübergehen laſſen in ſeinem langen Pontifikat, in ſeinen vielen Enzykliken, Breven, Zirkularſchreiben, die er über ſeiner Unterſchrift hat ausgehen laſſen, ſich als ein bitterer Feind des Evangeliums zu erklären und das geſegnete Werk der Refor⸗ mation zu verläſtern. Nur auf einige Äußerungen ſei hier hingewieſen. Im Jahre 1897 ſchreibt er: „Welch bedeutſame Aufgabe dieſer vortreff⸗ liche Mann der Treue“ (der Jeſuit Petrus Caniſius) „gegen den Glau⸗ ben in Hinſicht auf die Intereſſen des Staates und der Kirche auf ſeine Schultern genommen, das erkennen diejenigen leicht, welche betrachten, was für einen Anblick Deutſchland beim Beginn der lutheriſchen Auf⸗ lehnung bot. Die Sitten verſchlechterten ſich und gerieten täglich mehr in Verfall, und ſo ſtanden dem Irrtum die Tore offen. Der Irrtum ſelbſt brachte das Verderbnis der Sitten zur letzten Reife. Allmählich fielen infolge davon immer mehr vom katholiſchen Glauben ab; bald