# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S12 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 12 Verhandlungen der ſechsundzwanzigſten Verſammlung Papſtes, über ſeine Stellung zur Kirche und zu den Gläubigen. Aller⸗ dings implicite hat auch dieſes Konzil die Herrſchaft des Papſtes über die Kirche und das Konzil anerkannt. In der Schlußſitzung erklärten die noch verſammelten 255 Väter, daß für alle Beſchlüſſe des Konzils die Beſtätigung des Papſtes eingeholt werden müſſe, um ſie gültig zu machen (ut et omnium et singulorum, quae in ea decreta et definita sunt, confirmatio a beatissimo Romano pontifice petatur). Papſt Pius IV. beſtätigte denn auch die Beſchlüſſe am 26. Januar 1564 und behielt ſich und ſeinen Nachfolgern allein das Recht vor, die Beſchlüſſe authentiſch auszulegen. Aber was damals nicht ausdrücklich geſchah, das iſt längſt geſchehen. „Von der Trienter Synode bis zur vatikani⸗ ſchen im Jahre 1870 geht eine gradlinige Bewegung; was zu Trient behutſam umgangen, aber doch durch Einholung der päpſtlichen ‚Be⸗ ſtätigung‘ der Beſchlüſſe ſchon tatſächlich angenommen war, die Herr⸗ ſchaft des Papſtes über die Kirche, wurde zu Rom 1870 in konſequenter Fortbildung des Tridentinums hinzugefügt. Zu Trient begann 1545 die Verjeſuitiſierung der römiſchen Kirche, zu Rom wurde ſie 1870 vollendet, die Konzentration der geſamten katholiſchen Welt unter den autonomen Willen des jeweiligen Papſtes als Trägers der Kirchenein⸗ heit.“ (P. Tſchackert, a. a. O.) Im Vatikanum hat der römiſche Stuhl ſeine Macht und Gewalt über die ganze Kirche und damit jm Grunde über die ganze Welt als einen Glaubensartikel für jeden, der ein Chriſt ſein und ſelig werden will, als göttliche Lehre feſtgelegt. In dieſem Konzil erklärt und ſetzt etwas feſt nicht mehr die Synode, ſondern der Papſt ſelbſt „ex cathedra Petri“, mit Zuſtimmung der Biſchöfe, im Konzil verſammelt. Und was er feſtſetzt in bezug auf ſeine Machtvoll⸗ kommenheit, iſt dieſes, daß Chriſtus dem Petrus den Primat (primatus jurisdictionis) in der geſamten Kirche gegeben habe; daß es auf gött⸗ lichem Recht beruhe, daß Chriſtus es ſo eingeſetzt habe; daß Petrus in ſeinem Primat über die ganze Kirche immer Nachfolger haben ſolle, und daß der jeweilige Biſchof von Rom dieſer Nachfolger ſei; daß es auf göttlichem Rechte beruhe, daß der Biſchof von Rom, als der recht⸗ mäßige Nachfolger Petri, nicht nur das Amt der Inſpektion und Direk⸗ tion, ſondern auch die volle und oberſte Gewalt der Juriſdiktion über die geſamte Kirche habe (plenam et supremam potestatem jurisdictionis in universam ecclesiam, non solum in rebus, quae ad fidem et mores, sed etiam in iis, quae ad disciplinam et regimen Ecclesiae in totum orbem diffusae pertinent); und endlich folgt der bekannte Satz, daß der Papſt es für ein göttlich geoffenbartes Dogma erklärt: „daß der römiſche Biſchof, wenn er ex cathedra redet, das heißt, wenn er ſein Amt als Hirte und Lehrer aller Chriſten verwaltet und kraft ſeiner höchſten apoſtoliſchen Autorität die Lehre vom Glauben und den Sitten, wie ſie von der allgemeinen Kirche gehalten werden ſoll, definiert, durch den göttlichen Beiſtand, der ihm in dem ſeligen Petrus verheißen iſt, diejenige Unfehlbarkeit beſitzt, mit welcher der göttliche Erlöſer ſeine