# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1858_S368 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 368 Lutherisch⸗theologische Pfarrers⸗Bibliothek. genügt,*) machen wir nun nur noch auf einige literarische Hülfsmittel subsidiarischen Charakters aufmerksam, die wir noch in die erste Classe, nehmlich unter diejenigen rechnen, welche jedenfalls in der Bibliothek eines lutherischen Pfarrers sich befinden sollten. Wir meinen nehmlich, daß in einer solchen Bibliothek namentlich ein ausführlicheres gutes weltgeschichtliches Werk, eine gute Geschichte der Philosophie, sowie endlich ein möglichst vollständiges Wörterbuch der deutschen Sprache nicht fehlen sollte. Die Weltgeschichte betreffend, wagen wir bei unserer beschränkten Einsicht in die gegenwärtig so reich gewordene profangeschichtliche Literatur nicht, dasjenige Werk zu nennen, welches uns als das empfehlenswertheste erscheint; wir begnügen uns damit, hier nur an die Nothwendigkeit eines solchen Hülfsmittels erinnert zu haben. Der Werke, welche die Geschichte der Philosophie in gedrängter Kürze und doch in der zum Verständniß nöthigen Ausführlichkeit bieten, gibt es nicht so viele, daß hier nicht die Auswahl leichter wäre. Wir stehen nicht an, hier das folgende unseren Amtsbrüdern zu empfehlen: „W. G. Tennemann's (gewes. Prof. der Philos. zu Marburg, gest. 1819) Grundriß der Geschichte der Philosophie. Vierte Auflage von Amadeus Wendt (gewes. Prof. der Phil. zu Leipzig). Leipzig, 1825 bei J. A. Barth.“ 8°. Nach einer allgemeinen Einleitung in die Geschichte der Philosophie gibt der Verfasser in einer besonderen eine kurze Uebersicht der religiösen und philosophischen Ansichten orientalischer Völker und der ältesten griechischen Cultur, worin freilich auch die Theologie des alttestamentlichen Volkes sich gefallen lassen muß, in die Reihe menschlicher Philosopheme eingereiht zu werden. Die eigentliche Geschichte der Philosophie wird hierauf in drei Perioden eingetheilt, von denen die erste die der griechisch⸗römischen Philosophie (600 vor Christo bis 800 nach Christo), die zweite die des Mittelalters oder der herrschenden Scholastik (800 bis 1600 n. Chr.) und die dritte die der neueren Philosophie bis zu Hegel (von 1600 bis 1823) umfaßt. Ob das Werk später noch mehr Auflagen mit Fortsetzungen erlebt hat, wissen wir nicht. Die dritte und vierte von Wendt besorgte Auflage hat vor den beiden ersten beträchtliche Vorzüge. Nicht nur enthalten die erstgenannten wichtige Berichtigungen und Fortsetzungen (z. B. die in den früheren Aus⸗ *) Wozu noch dieses kommt, daß unsere kirchenrechtlichen Werke theils, wie die Carpzovischen, so viel Locales enthalten und so wenig auf die Principien zurückgehen, daß namentlich ein americanischer Prediger darin wenig Ausbeute für sich findet, theils daß gerade die Werke, welche ein System der kirchenrechtlichen Disciplin geben, wie „Mosheim's allgemeines Kirchenrecht der Protestanten,“ Helmst. 1700, „Pfaffen's Tractat von dem Ursprunge des Kirchenrechts und dessen wahrer Beschaffenheit,“ Frankf. 1722, (Uebersetzung des „Origines juris eccl.“, Tübingen 1719) — der betreffenden Werke Titius', Böhmer's, Pertschen's, Fleischer's u. A. gar nicht zu gedenken — bei manchem Vortrefflichen auch gefährliche Principien entwickeln und ihre zum Theil nöthige Kritik gewisser auf diesem Gebiete gäng und gebe gewordener Grundsätze auch auf Kirchenlehren ausdehnen, die in Gottes Wort fest und unerschütterlich gegründet sind.