# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S8 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 8 Verhandlungen der ſechsundzwanzigſten Verſammlung der es in den Tagen der Reformation war, ſondern es hat ſich ſeit jener Zeit in ſeiner Bosheit noch mehr verhärtet und verſtockt. — Die römiſche Kirche macht gerade in unſerer Zeit und in unſerm Lande ganz beſondere Anſtrengungen, ihre Sache zum Siege zu führen und das Evangelium und die wahre Kirche Chriſti zu unter⸗ drücken und, wo möglich, zu vernichten. Es iſt ihr auch gelungen, wie in andern Ländern, ſo beſonders auch in unſerm Lande einen weitgehenden Einfluß auf vielen Gebieten zu erlangen. Von einem Kampf reden wir. Wollen wir einen Kampf zu einem erfolgreichen Ende führen, ſo kommt es auch darauf an, daß wir den Feind, gegen den wir zu kämpfen haben, recht einſchätzen, daß wir über ſeine Stärke und die Hilfsmittel, über die er gebietet, die er in den Kampf einſetzen kann und wird, uns ein rechtes Urteil bilden. Es kommt darauf an, daß wir den Feind, gegen den wir zu Felde liegen, weder überſchätzen — das könnte leicht Mutloſigkeit und Verzagtheit zur Folge haben — noch auch ihn unterſchätzen — ſonſt erſcheint uns der Kampf zu leicht und unwichtig, wir werden nachläſſig und träge, und ſo kann der Feind leicht allerlei Vorteile über uns erlangen. Gar mancher Kampf iſt dadurch verloren gegangen, daß man den Gegner falſch ein⸗ ſchätzte. Wollen wir uns den Kampf, der uns gegen den Papſt und ſeine falſche Kirche zu führen obliegt, wieder lebendig vor die Augen ſtellen, ſo wird es nötig ſein, daß wir zunächſt unſer Augenmerk auf den Feind richten, ihn nach ſeiner Gefährlichkeit, nach ſeiner Macht und ſeinen Hilfsmitteln recht beurteilen. Es iſt das um ſo wichtiger, als man heutzutage den richtigen Wertmeſſer für dieſen Feind vielfach ver⸗ loren hat. Iſt denn der Papſt mit ſeinem Anhang wirklich ein ſo gefährlicher Feind, daß wir beſonders zum Kampf gegen ihn mit ſolcher Energie auffordern müſſen? übertreiben nicht etwa beſonders wir Lutheraner die Sache doch gewaltig? Das iſt die Meinung gar vieler in unſerm Lande, auch vieler Proteſtanten. Während ſie wohl zugeben, daß früher, zu Luthers Zeiten, der Papſt ein gefährlicher Gegner der chriſtlichen Kirche geweſen ſei, daß es damals wohl am Platze geweſen ſei, daß der Reformator und ſeine Mitarbeiter mit allem Ernſt gegen ihn auftraten und ihn bekämpften, ſo ſtehe doch jetzt die Sache ganz anders. Das Papſttum habe im Laufe der Zeiten doch auch manches gelernt, es habe gar manche ſeiner Anmaßungen aufgegeben, manche ſeiner Lehren fallen laſſen. Im Grunde ſei man doch eins mit der römiſchen Kirche, wenn auch noch manche Unterſchiede in mehr nebenſächlichen Dingen ſich vorfänden, wenn auch der Papſt ſich vielleicht manchmal zu viel Rechte in der Kirche herausnehme. Man erkennt die römiſche Kirche als Schweſterkirche an, man fängt immer mehr an, ſie zu bewundern und ſie als Bundesgenoſſin willkommen zu heißen. — Auch die römiſche Kirche ſelbſt ſtellt vielfach in den Ländern mit ſtarker oder vorwiegend