# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S7 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1916. 7 gekommen und verheert die Länder Europas. Es ſcheint, als ſollte die vierte Jahrhundertfeier drüben im alten Vaterland eine traurige, ſehr traurige Feier werden. — Anders ſteht es in unſerm Vaterland, hier in Amerika. Allerdings, als man das dritte Jubiläum feierte, da ſtand es auch hier um die lutheriſche Kirche ſehr traurig. Gerade wie in Deutſchland, ſo herrſchte auch hier der Rationalismus und der Unionis⸗ mus. (Siehe: A. Gräbner, Geſchichte der lutheriſchen Kirche in Amerika, Bd. I, S. 647 ff.) Aber es blieb nicht ſo. Gegen die Mitte des letzten Jahrhunderts brachte Gott unſere Väter in dieſes Land und führte dieſe teuren Männer zur Erkenntnis des reinen Evangeliums, beſonders auch durch das Studium der Schriften Luthers. Durch ihr Zeugnis iſt unſere Kirche hier zu großer Blüte gekommen. Sie hat ſich weit ausgebreitet und bewahrt noch, was ihr vertraut iſt. Uns hat Gott ſein Wort erhalten bis auf dieſen Tag trotz alles Undankes, trotz aller Lauheit und Trägheit von unſerer Seite. Wenn wir dieſen Zeitraum von vierhundert Jahren überblicken und dabei bedenken, wie wunderbar Gott ſeine Kirche geführt hat, bis ſie endlich eine Stätte in dieſem Lande gefunden hat, dann werden wir wahrlich erkennen, welch hohe Urſache gerade wir haben, das heran⸗ nahende Jubelfeſt mit großem Jubel, mit innigem Dank gegen den treuen Gott zu feiern. Gerade bei uns ſollte es heißen: „Erkennt, daß der HErr Gott iſt! Er hat uns gemacht, und nicht wir ſelbſt, zu ſeinem Volk und zu Schafen ſeiner Weide. Geht zu ſeinen Toren ein mit Danken, zu ſeinen Vorhöfen mit Loben; dankt ihm, lobt ſeinen Namen!“ (Pſ. 100, 3. 4.) Unſer Dank aber darf nicht nur in Worten beſtehen, ſondern er ſoll ſich vor allen Dingen darin zeigen, daß wir feſthalten, was wir haben, das reine Evangelium von der Gnade Gottes in Chriſto JEſu. Wollen wir aber dies Evangelium feſthalten, ſo müſſen wir auch um dasſelbe kämpfen; denn viele Feinde wollen es uns rauben. Und der mächtigſte unter dieſen Feinden iſt ohne Zweifel auch heute noch das Papſttum zu Rom. Dadurch beweiſen wir unſern Dank für das, was Gott an uns getan hat, daß wir aufs neue uns aufraffen zum ernſten Kampf gegen dieſen Erzfeind der Kirche Chriſti, gegen den Antichriſten zu Rom. Es dürfte daher ganz paſſend ſein, daß wir uns gerade in dieſer Zeit inſonderheit mit dieſem Kampf beſchäftigen, daß wir uns klar machen, ein wie nötiger und ernſter Kampf uns da befohlen iſt, und wie wir ihn recht führen können. I. Der Kampf, den wir gegen das Papſttum zu Rom und die römiſche Kirche führen müſſen, um die hohen Güter der Refor⸗ mation nicht zu verlieren, iſt beſonders in unſerer Zeit ein ſehr nötiger und wichtiger. Das Papſttum iſt nicht nur heute noch der⸗ ſelbe bittere und gefährliche Feind Chriſti und ſeines Evangeliums,