# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1916_S5 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1916. 5 Lehrverhandlungen. Unſer Kampf gegen Rom. (Referent: Prof. G. Mezger.) Unſere lutheriſche Kirche rüſtet ſich auf ein Feſt, das ſie im nächſten Jahr mit Jubel und Dank zu feiern gedenkt. Es iſt die Jahrhundert⸗ feier des Werkes der Reformation, jenes Werkes, durch welches Gott in Gnaden ſeine Kirche aus den Banden, aus der Gewiſſenstyrannei des Antichriſten, des römiſchen Papſttums, erlöſt hat. Es iſt das vierte derartige Feſt, das unſere Kirche feiern darf. Vierhundert Jahre werden im nächſten Jahr verfloſſen ſein ſeit jenem denkwürdigen 31. Oktober 1517, da Luther ſeine 95 Theſen an die Tür der Schloßkirche zu Wit⸗ tenberg anſchlug, und Gott dadurch dieſes große Werk begann. Vier⸗ hundert Jahre ſind für uns Menſchen ein langer Zeitraum. Wenn wir dieſen Zeitraum überblicken, ſo ſehen wir auf der einen Seite viel menſchliche Sünde und Schwachheit und darum auch viel Not, Jammer und Elend in der Kirche, auf der andern Seite aber zeigt ſich auch die Wahrheit jenes Wortes: „Unſer HErr iſt groß und von großer Kraft, und iſt unbegreiflich, wie er regiert.“ (Pſ. 147, 5.) „Der HErr iſt freundlich, und ſeine Gnade währt ewig und ſeine Wahrheit für und für.“ (Pſ. 100, 5.) überaus herrlich hatte das Werk der Reformation begonnen und einen fröhlichen Fortgang genommen. Hell leuchtete das Licht des Evangeliums in die Lande, und viele Herzen jauchzten ihm zu. Der von Gott·geſandte Engel flog mit dem ewigen Evangelium in ſeiner Hand durch den Himmel der Kirche, und es ſchien, als könnte nichts ſeinen Flug aufhalten, als ſollte der alt' böſe Feind ganz daniederliegen. Aber bald wurde es anders. Nach Luthers Tode begannen die traurigen Lehrſtreitigkeiten in der lutheriſchen Kirche, die ſie tief zerrütteten, und ſogleich ſetzte die ſogenannte römiſche „Gegenreformation“ ein unter der Leitung der Jeſuiten. Satan wollte ſeine Herrſchaft nicht ohne Kampf fahren laſſen. In manchen Ländern wurde das Licht des Evangeliums, ſoweit Menſchen ſehen können, wieder ganz ausgelöſcht, und ſeine treuen Bekenner wurden mit Feuer und Schwert vertilgt. In andern Ländern wurde die lutheriſche Kirche ſtark in den Hintergrund gedrängt. Es ſtand traurig um die Kirche des reinen Wortes; und daß es ſo ſtand, war Menſchenſünde und ⸗ſchuld. Aber der HErr half wieder in Gnaden. Durch das Werk der Konkordienformel wurde die Einigkeit in der Kirche wiederhergeſtellt, und wenn auch die Lutheraner manche Einbuße er⸗ litten hatten, manchen Verluſt an die römiſche Kirche und die calvi⸗ niſtiſchen Sekten, ſo ſtand doch alles, was ſich lutheriſch nannte, wieder feſt bei Gottes reinem Worte. Wenn auch noch wenige Jahre zuvor, im Jahre 1613, der Kurfürſt von Brandenburg, Johann Sigismund,