# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1914_S81 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1914. 81 meinen vollen Beifall. Dieſer Gedanke iſt vortrefflich. Denn es iſt ſo, wie Sie ſagen, die Leute ſind nicht geneigt, große Werke zu leſen. Sie bedürfen Flugblätter, die zuerſt durch ihre Kürze zum Leſen ein⸗ laden und ſo beſchaffen ſind, daß ſie zum Nachdenken nötigen, den frucht⸗ baren Samen reiner Erkenntnis ausſtreuen und wie unauslöſchliche, zündende und ein Feuer im Herzen anſchürende himmliſche Funken in die Herzen fallen. Es iſt bekannt, ſolange Luthers kleine Schriften wie Vögel einzeln über Deutſchland dahinflogen, war ihre Wirkung un⸗ ermeßlich. Sie wirkten wie ein Sauerteig in der trägen Maſſe des deutſchen Volkes. Sie erzeugten vor allem die Reformation, die unſer Volk zu dem geſegnetſten und begnadigtſten der Erde gemacht hat. Als aber Luthers Schriften geſammelt wurden in große Folianten, da hörten ihre allgemeinen Wirkungen auf. Selbſt der Prediger wurden immer weniger, die aus dieſem tiefen, vollen Brunnen ſchöpften, und dem Volke kamen Luthers Schriften nach und nach ganz aus den Händen. Die umfangreichen Bände vermoderten endlich in öffent⸗ lichen und Privatbibliotheken. So ging dann die durch die Refor⸗ mation geſchenkte reine, lautere, ſüße, wahrhaft evangeliſche Luther⸗ lehre nach und nach verloren. Eine getrübte Lehre kam auf, die ſich um ſo feſter ſetzte, als ſie den Namen und die Vorausſetzung behielt, die reine lutheriſche zu ſein.“ (Zitiert aus einem Briefe D. Walthers vom 9. Dezember 1864.) Im Anſchluß hieran beſchloß die Konferenz: Wir empfehlen zum Reformationsjubiläum (maſſenhafte) Verteilung der Lutherhefte. 2. Eine Einladung P. T. E. Schmauks, Präſes des General⸗ konzils, zur Beſchickung einer Komiteeſitzung für Vorbereitung einer würdigen Reformationsjubiläumsfeier im Jahre 1917 wurde verleſen, und der Herr Präſes wurde bevollmächtigt, in der Angelegenheit (ge⸗ mäß lutheriſchen Grundſätzen) zu handeln. VI. Unſere ſchwer heimgeſuchten Glaubensbrüder in Deutſchland. Die Synodalkonferenz gedachte auf ihrer diesjährigen Verſamm⸗ lung auch der Brüder in der Deutſchen Freikirche, die unter dem Un⸗ glück, das Deutſchland durch den großen Völkerkrieg betroffen hat, eben⸗ falls ſchwer zu leiden haben. Sie faßte daher auf Vorſchlag von Herrn P. Präſes Juſtus H. Naumann folgenden Beſchluß: Beſchloſſen, unſern Brüdern von der Ev.⸗Luth. Freikirche in Sachſen u. a. St. durch unſern Sekretär mitzuteilen, daß wir in der gegenwärtigen Heimſuchung des Deutſchen Reiches, die auch unſere Brüder mit betroffen hat, und durch die ihnen ſchwere Trübſale bereitet werden, ihrer teilnehmend gedenken, ſie in unſere Fürbitte einſchließen und ſie dem Schutze des allmächtigen Gottes befehlen.