# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1914_S35 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1914. 35 beteiligt iſt. Sie hat auch über die veröffentlichten Vereinbarungs⸗ ſätze, das ſogenannte „Opgjör“, mehr als zwei Tage eingehend ver⸗ handelt, einen Tag in Gegenwart Ihrer Ehrw. Delegaten, und es an Schrift und Bekenntnis genau geprüft, da es ſich ja um eine Vereinigung mit einem norwegiſchen Kirchenkörper handelt, der vor dreißig Jahren und ſeitdem immer wieder die Lehrſtellung der Synodalkonferenz, ſonderlich in den Artikeln von der Bekehrung und Gnadenwahl, be⸗ kämpft und verworfen hat. Dieſe Prüfung des „Opgjör“ bewegt uns, ehrwürdige, teure Väter und Brüder, Sie ebenſo herzlich als dringend zu bitten, uns in den drei nachfolgenden Punkten Gehör zu geben, damit bei Ihnen wie bei uns die eine, reine Wahrheit des göttlichen Wortes und des lutheriſchen Bekenntniſſes beſtimmt, klar und feſt be⸗ kannt, wider allen Irrtum feſtgehalten und verteidigt, die in Gottes Wort und in dem lutheriſchen Bekenntnis gebundenen Gewiſſen ge⸗ ſtillt werden, und die Glaubenseinigkeit unter uns allen erhalten bleibe. „‚Wir bitten alſo Ihre Ehrw. Synode um des Bekenntniſſes willen: „‚1. in den Theſen 1—3 über die Gnadenwahl die Gleichſetzung der ſogenannten erſten und zweiten Lehrform auszuſcheiden, da nur die erſte die Wahrheit der Schrift und des Bekenntniſſes iſt, die zweite keinen Grund in Gottes Wort und in dem Bekenntnis der lutheriſchen Kirche und daher in der Kirche keine Berechtigung hat; „‚2. in den Theſen eine Verwerfung des menſchlichen Verhaltens, beſonders auch des Unterlaſſens des ſogenannten mutwilligen Wider⸗ ſtrebens vermöge natürlicher oder Gnadenkräfte, als Erklärungsgrundes, warum Gott die einen vor den andern bekehrt und auserwählt hat, wie dies von unſern Gegnern in der amerikaniſch⸗lutheriſchen Kirche ge⸗ lehrt wird, zu veranlaſſen, da die gegenwärtigen kirchlichen Zuſtände eine ſolche Antitheſe fordern; „‚3. mit uns eine chriſtbrüderliche Beſprechung der früheren Theſen über die Berufung und Bekehrung und der gegenwärtigen über die Gnadenwahl nach Schrift und Bekenntnis in der Wahrheit und in der Liebe zu halten. „‚Wir bitten und flehen zu Gott, dem Vater unſers HErrn JEſu Chriſti, dem großen und einigen HErrn der Kirche, daß er unſerm durch Pflicht und Gewiſſen geforderten brüderlichen Schreiben bei Ihrer Ehrw. Synode geneigtes Gehör verleihen und die ganze Angelegenheit zur Verherrlichung ſeines Namens und zum Heil vieler Seelen lenken wolle. „‚Wir haben auch drei Delegaten abgeordnet, die das, was wir hier geſchrieben haben, mündlich vertreten ſollen. „‚Im Namen und Auftrag der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika unterzeichnen: „‚(Gezeichnet.) C. Gauſewitz, Präſes. „‚Joh. Meyer, Sekretär. „‚Saginaw, Mich., 19. Auguſt 1912.‘