# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1914_S32 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 32 Verhandlungen der fünfundzwanzigſten Verſammlung Vorbild iſt ſchon da, Chriſtus, und wir dürfen einfach ſeinen Fußtapfen nachfolgen. Die Anweiſung iſt einfach, klar und beſtimmt; aller Zweifel, alle Ungewißheit iſt ausgeſchloſſen. Seid Nachfolger als die lieben Kinder! Wir ſind nicht Mietlinge, die um ſchändlichen Gewinſtes willen folgen wie Söldner, die den Führer wechſeln, ſobald ihnen mehr Geld geboten wird. Wir ſind nicht Knechte, die in ſklaviſchem, mürriſchem Sinne ſich placken und vor dem Stecken des Treibers zittern. Wir ſind liebe Kinder, die fröhlich ihres Vaters Werk verrichten, mit Luſt im Herzen und Geſang auf den Lippen. Wandelt gleichwie Chriſtus! Das iſt das höchſte, heiligſte, er⸗ habenſte Vorbild. Ein höheres Ziel könnten wir uns im Leben nicht ſtecken. Ahmt Chriſto nach! Nachahmung aber erfordert Betrachtung. Wir müſſen unſer Vorbild genau und aufmerkſam ſtudieren, ſonſt wer⸗ den wir es falſch darſtellen und die Leute irreleiten. — Betrachtung aber erzeugt Bewunderung. Weil die Leute Chriſtum nicht recht ken⸗ nen, darum ſind ſie, auch Chriſten oft, ſo wenig recht für ihn begeiſtert. — Bewunderung aber muß zur Verehrung vertieft werden, voll rüh⸗ render Bewegung und andächtiger Hingebung. — Verehrung wird zur Nachahmung führen. Gehorſam iſt beſſer denn Opfer. Unſer Chriſten⸗ wandel beſteht nicht in der Kenntnis einer Anzahl von Sprüchen; er iſt nicht der Zuſtand eines wonnigen Gefühls, das ſich in ſchmachtenden Ausrufen kundgibt; er iſt vielmehr tätige Liebe, die da gibt und ver⸗ gibt, gleichwie Chriſtus getan hat. Ahme Chriſto nach! Sei in der Tat ein Chriſt, oder nenne dich auch nicht einen Chriſten. Wie Chriſtus uns geliebt hat, von ſeiner Geburt bis zu ſeinem Tode uns geliebt hat, in der Liebe gewandelt hat, ſo ſoll auch ein Chriſt in der Liebe wandeln. Sie ſoll gleichſam ſein Lebenselement ſein. Wie die Luft das Element iſt, in dem der Vogel fliegt, wie das Waſſer das Element iſt, in dem der Fiſch ſchwimmt, ſo ſoll ein Chriſt in der Liebe leben, weben und ſein. — Wie die Liebe Chriſti eine göttliche iſt, ſo iſt auch die Liebe eines Chriſten eine göttliche Liebe. Sie iſt nicht von der Erde, irdiſch. Sie iſt nicht eine Pflanze, die auf dem wilden Acker des natürlichen Herzens wächſt. Der Same iſt eine Gabe vom Himmel und ſchlägt Wurzel in dem Herzen eines Menſchen, das von dem Hei⸗ ligen Geiſt durch die Gnadenmittel, Wort und Sakrament, zum guten Acker beſtellt iſt. — Chriſti Liebe war eine Liebe in Selbſtaufopferung. Sein Leben war voll von Entbehrungen. So müſſen auch wir bereit ſein zu entbehren und zu entſagen. Ruhe und Bequemlichkeit, Ver⸗ gnügen, Gewinn, Wohlergehen, Anſehen, Gunſt, Ehre, Leben: alles iſt die Liebe zu opfern bereit. — Chriſti Liebe war eine durchaus praktiſche. Er hat ſie nicht gedankenlos verſchwendet. Alle ſeine Werke, alle ſeine Opfer waren ſorgfältig erwogen und wurden ausgeführt, einen klar beſtimmten Zweck zu erreichen, den er nie aus dem Auge ließ, nämlich die Erlöſung der ſündigen Welt. So ſoll auch unſere Liebe nicht eine