# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1914_S30 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 30 Verhandlungen der fünfundzwanzigſten Verſammlung andere Krankheiten, an den Kugelregen, dem ein Streiter ſich aus⸗ ſetzen muß, an den Schmerzſchrei der Verwundeten, an das Stöhnen der Sterbenden. Ein Streiter muß ſich leiden. — Auch ein Streiter JEſu Chriſti muß ſich leiden. Oft leiblich. Man denke an die Qualen der Märtyrer, deren Blut in Strömen vergoſſen wurde während der Chriſtenverfolgungen der erſten Jahrhunderte, und an die Marter der Blutzeugen zur Zeit der Reformation. Paulus wußte, was er ſchrieb, als er ſagte: „Leide dich als ein guter Streiter JEſu Chriſti!“ Er hat nicht nur ſonſt in ſeiner Apoſtellaufbahn viel durchgemacht (vgl. 2 Kor. 11, 23—33), er lag gerade in dem Augenblick, da er ſeinen zweiten Brief an Timotheus ſchrieb, gefangen zu Rom und ſah ſeiner baldigen Hinrichtung entgegen. Ein guter Streiter muß ſich beſtändig üben. Ob er auch ſchon ein alter Kämpfer iſt und in manchem blutigen Kampf und Strauß glänzende Siege davongetragen hat, ſo werden ihm doch die übungen nicht erlaſſen. Auch ein Streiter JEſu Chriſti muß in beſtändiger übung bleiben. Er muß ſich üben in der Gottſeligkeit. (1 Tim. 4, 7.) Er muß ſich üben, allenthalben ein unverletzt Gewiſſen zu haben beide gegen Gott und gegen Menſchen. (Apoſt. 24, 16.) Kein Kriegsmann flicht ſich in Händel der Nahrung, auf daß er gefalle dem, der ihn angenommen hat. (2 Tim. 2, 4.) Die Regierung liefert dem Kriegsmann alles: Kleidung, Nahrung, Obdach, Waffen, Munition, Krankenpflege, Ehrenſold, Altenheim, auch Kirchhof und Be⸗ gräbnis. Der Kriegsmann ſelbſt hat ſich um nichts zu kümmern; er hat nur die eine Sorge, wie er gefalle dem, der ihn angenommen hat. So ſorgt auch Gott für ſeine guten Streiter. Der die Vögel unter dem Himmel nährt und ihnen Speiſe gibt zu ſeiner Zeit, der die Lilien auf dem Felde kleidet, der rüſtet auch ſeine Streiter mit allem Notwendigen aus, ſo daß ſie nicht zu ſorgen brauchen, denn er ſorgt für uns. Eine Schande für einen jeden, der um Gewinſtes oder Ehre willen ſich in die Händel dieſer Welt einläßt. Unſere einzige Sorge muß ſein, wie wir unſerm Kriegsherrn, JEſu Chriſto, recht gefallen. „Und ſo jemand kämpfet, wird er doch nicht gekrönt, er kämpfe denn recht“, ſo, wie der Kriegsherr befiehlt. (2 Tim. 2, 5.) „Im Kriege iſt alles erlaubt“ iſt eine Regel, die auf die Kriegführung eines guten Streiters JEſu Chriſti im Kampf gegen die Kinder des Un⸗ glaubens keine Anwendung findet. Täuſchung und Verſtellung, Lug und Betrug meidet ein Streiter JEſu Chriſti; er kämpft offen und ehrlich. Er iſt zwar klug wie die Schlangen, aber auch ohne Falſch wie die Tauben. (Matth. 10, 16.) Er will ſiegen, aber mit Ehren. Der überwundene Feind ſoll ein treuer Freund, ja auch ein guter Streiter JEſu Chriſti werden. Saulus wird Paulus. Welchen Lohn hat der Streiter JEſu Chriſti zu erwarten? Wel⸗ chen Lohn Paulus für ſich und alle Streiter JEſu Chriſti erwartete, ſchreibt er ſeinem Schüler Timotheus (2 Tim. 4, 7. 8): „Ich habe